Brustkrebs in der 31. Woche: Werdende Mutter schiebt Therapie auf

Brustkrebs in der 31. Woche: Werdende Mutter schiebt Therapie auf
In der 31. Schwangerschaftswoche wurde bei Justine Brustkrebs diagnostiziert. © dpa, Jan-Peter Kasper

Therapie oder Kind: "Keine schwere Entscheidung"

Das ist wohl echte Mutterliebe: In der 31. Schwangerschaftswoche erhält Justine Colbeck eine schlimme Diagnose – Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Sie fasst den Entschluss, mit der Chemotherapie zu warten, damit ihr Baby auf die Welt kommen kann. Zehn Tage nach der Geburt beginnt die 36-Jährige mit der Chemotherapie.

Justine Colbeck, die inzwischen zweifache Mutter ist, hat für diese Schwangerschaft ihr Leben riskiert: Weil sie unbedingt Baby Sebastian nicht gefährden wollte, schob sie die Behandlung ihres Brustkrebses auf. Die Frau aus Garstang in England hat ihre Entscheidung nie bereut: "Es war keine schwere Entscheidung. Das Baby kommt an erster Stelle", sagte sie in einem Interview der britischen Zeitung 'Daily Mail'.

Medizinisch gesehen war die Entscheidung durchaus schwerwiegend: Der Krebs hätte sich in der Zeit weiter im Körper ausbreiten können. Doch Justine wollte auf keinen Fall die Gesundheit ihres Kindes aufs Spiel setzen. "Wenn ich mich während der Schwangerschaft hätte behandeln lassen, würde ich mich bei jeder Krankheit meines Sohnes fragen, ob es meine Schuld ist", so Justine, die als Zahnärztin arbeitet. "Damit hätte ich nicht leben können".

Letztendlich scheint die Geschichte gut ausgegangen zu sein: Die Geburt des kleinen Sebastian, der bereits der zweite Sohn von Justine und ihrem Ehemann Logan ist, wurde an Heiligabend 2013 eingeleitet und verlief ohne Komplikationen. Justine konnte den 2,49 Kilogramm schweren Sebastian noch zehn Tage lang stillen, bevor die Chemotherapie anfing. Nach einer Infektion musste auch eine Brust von Justine entfernt werden. Inzwischen hat die 36-Jährige auch die Strahlentherapie abgeschlossen und ist auf dem Weg der Besserung.

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