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Brustkrebs-Früherkennung: Neuer Test kann Tumor im Urin nachweisen

Urin-Test zur Brustkrebs-Früherkennung
Urin-Test zur Brustkrebs-Früherkennung Schon bald Einsatz in Arztpraxis möglich 00:00:29
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Brustkrebs könnte mit Urin-Test wesentlich früher erkannt werden

Jede achte Frau in Deutschland erkrankt an Brustkrebs, der häufigsten Tumorart bei Frauen. Mehr als 17.000 Frauen sterben jährlich daran. Wissenschaftlern der Universitäten Freiburg und Heidelberg ist nun offenbar ein Durchbruch in der Brustkrebsforschung gelungen. Mit über 90-prozentiger Treffsicherheit konnten sie Brustkrebs über einen Urin-Test nachweisen. Die Forscher meldeten die Methode zum Patent an, mit der sie anhand bestimmter Moleküle im Urin einer Patientin erkennen können, ob diese an Brustkrebs erkrankt war.

Wissenschaftler entwickeln Brustkrebs-Früherkennung
Brustkrebs-Erkennung: Neuer Test weißt Brustkrebs im Urin nach © drubig-photo - Fotolia

Bisher gab es diverse Möglichkeiten, Brustkrebs festzustellen, wie etwa durch eine Mammographie. Die Treffsicherheit für dieses Verfahren kann jedoch, je nach Dichte des Gewebes, nur etwa zwischen 50 und 80 Prozent liegen. Forscher der Universitäten Freiburg und Heidelberg haben in einer vor Kurzem veröffentlichten Studie eine Möglichkeit belegt, kurze, nicht kodierte Ribonukleinsäuren (Mirko-RNA) im Blut von Brustkrebs-Patienten nachzuweisen. Die Wissenschaftler führten eine Pilotstudie durch, ob bestimmte, nichtkodierte Ribonukleinsäuren im menschlichen Urin als Biomarker für Brustkrebs-Patienten eingesetzt werden können.

Diese bestimmten Moleküle (Mikro-RNA) regeln unseren Zell-Stoffwechsel und sind in Krebszellen oft fehlreguliert. Über das Blut gelangen diese Moleküle dann auch in den Urin. Durch eine Messung der Zusammensetzung der Mikro-RNA im Urin konnten die Forscher über auffällige Werte mit einer Sicherheit von 91 Prozent feststellen, ob eine Probandin gesund oder krank war.

Die Studie der Forscher umfasste bisher zwar nur 24 gesunde Probandinnen und 24 Frauen, bei denen kürzlich ein Brusttumor diagnostiziert wurde. Die sehr genauen Befunde geben jedoch berechtigten Grund zur Hoffnung, dass die Freiburger Wissenschaftler auf dem richtigen Weg zu einer völlig neuen Methode der Brustkrebs-Erkennung sind. Der große Vorteil: Brustkrebs könnte mit dem neuen Verfahren wesentlich früher bei betroffenen Patienten diagnostiziert werden, als etwa in einem Screening.

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