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Brustkrebs: Diese alltäglichen Chemikalien können gefährlich sein

Viele alltägliche Chemikalien erregen Brustkrebs
Stoffe in Sofas, Trinkwasser und Abgasen können Brustkrebs erregen

Der 'Fahrplan für die Vermeidung von Brustkrebs‘ soll Abhilfe schaffen

Jede achte bis zehnte Frau erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs. Dabei könnte das Krebsrisiko durch die Vermeidung einiger alltäglicher Chemikalien nach Angaben von US-Forschern verringert werden. Unter dem Titel 'Fahrplan für die Vermeidung von Brustkrebs‘ haben sie die gefährlichsten Stoffe nun aufgelistet.

Für die Studie, die in der Zeitschrift 'Environmental Health Perspectives‘ veröffentlicht wurde, hat ein Forscher-Team um Ruthann Rudel vom 'Silent Spring Institute‘ 17 Chemikalien getestet, die bei Versuchsratten Brustkrebs ausgelöst hatten und auch bei Frauen entsprechend wirken könnten. Sie sind allesamt in Alltagsgegenständen- oder Stoffen enthalten und können laut Rudel gut im Alltag vermieden werden.

So warnen die Forscher zum Beispiel vor Autoabgasen, Tabakrauch oder verkohltem Essen. Doch auch in Lösungs-, Abbeitz- und Feuerschutzmitteln, sowie in fleckenabweisenden Textilien und Trinkwasser befinden sich Substanzen wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die Krebs auslösen können. Die Studie rät deswegen dazu, sich so wenig wie möglich Autoabgasen auszusetzen, nur selten einen elektrisch betriebenen Rasenmäher zu benutzen und Essen vom Grill einzuschränken.

Übergewicht und erbliche Umstände nach wie vor Hauptfaktor von Brustkrebs

Doch auch beim Kauf von Sofas und Sesseln ist Vorsicht geboten. Die Forscher empfehlen, nur Produkte, die kein Polyurethanschaum enthalten und nicht mit Brennschutzmitteln behandelt wurden, zu kaufen. Auf fleckenabweisende Teppiche oder Stoffe sollte ganz verzichtet werden.

Zudem raten die Wissenschaftler, sich einen Kohlefilter für Trinkwasser zuzulegen, denn diese können einige organische Wasserinhaltsstoffe, wie chlorierte Kohlenwasserstoffe, Pflanzenbehandlungsmittel oder auch Medikamente, zurückhalten. Blei, Nitrat und Magnesium (Kalk), so warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, können jedoch nicht herausgefiltert werden. Und auch das keimtötende Silber, das oft in den Filtern vorhanden ist, kann schnell herausgewaschen sein.

Auch Staubsauger bilden mit einem 'High Efficiency Particulate Air‘ –Filter, kurz HEPA, keine Gefahr mehr. Die Schwebestofffilter halten auch allerkleinste Partikel zurück. Wer zudem noch die Straßenschuhe zu Hause auszieht, verhindert, dass von außen Schadstoffe in der Wohnung verteilt werden.

Für das Forscherteam des 'Silent Spring Institute‘ ist der ‘Fahrplan für die Vermeidung von Brustkrebs‘ ein Meilenstein: "Unglücklicherweise wurde der Zusammenhang zwischen schädlichen Chemikalien und Brustkrebs lange Zeit ignoriert", erklärt Julia Brody, Co-Autorin der Studie. Fachgesellschaften weisen jedoch darauf hin, dass neben den schädlichen Stoffen nach wie vor auch Übergewicht, Alkoholkonsum, sowie hormonelle und erbliche Umstände einen großen Risikofaktor für die Krankheit darstellen.

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