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Bronchitis-Symptome: Wann wird der Husten zur Bronchitis?

Bronchitis-Symptome: Wann wird der Husten zur Bronchitis?
© dpa bildfunk

So wird der Husten nicht zur Bronchitis

Gewöhnlicher Husten entwickelt sich manchmal zum leidvollen Dauerhusten. Für Betroffene eine kräftezehrende und mitunter langwierige Erkrankung.

Es gibt zwei Hauptursachen für Husten. Entweder husten wir aufgrund einer Erkältung oder aber die hustende Person ist regelmäßiger Raucher. Davon gibt es derzeit 17 Millionen im Land. Besonders morgens wollen sich Raucherlungen durch Husten vom Schleim der Nacht befreien. Deswegen bekommen Raucher in der Frühe oft regelrechte Hust-Attacken (Das ist nicht schön mitzuerleben, aber es ist zumindest nicht ansteckend. Wenn sich das Phänomen aber zu einer chronischen Bronchitis ausweitet und sich zusätzlich Krankheitserreger einnisten – was häufig vorkommt – dann kann auch der Raucherhusten eine Erkältung übertragen).

Wenn man kein Raucher ist, seine Lunge also nicht durch Nikotin- und Teerzufuhr belastet, dann liegt die Ursache des Hustens meist in einer Erkältung. Für gewöhnlich gehören Halsschmerzen und Schnupfen zu den weiteren Symptomen. Bei einem normalen Erkältungsverlauf hat man in der Frühphase einen so genannten trockenen Husten, also ohne Auswurf von Bronchialschleim, oder im Verlauf der Krankheit dann auch mit der Bildung von Bronchialschleim. Die Hustensymptome stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erkältung und verschwinden nach wenigen Wochen wieder.

Woher kommt der Husten?

Jeder Deutsche erkältet sich im Laufe seines Lebens im Schnitt rund 200 Mal. Das ist häufig. Zwar ist eine Erkältung nicht wirklich gefährlich, aber sehr ansteckend. Die Übertragung von Erkältungsviren erfolgt meist durch Tröpfcheninfektionen, zum Beispiel über Anhusten, Niesen oder einen Kuss. Aber auch das Berühren einer Türklinke kann ihre Hand mit Erkältungsviren besetzen, die dann über Mund oder Auge auf Schleimhäute übertragen zur Erkrankung führen. Das ist eine sogenannte Kontaktinfektion.

Eine weitere Ursache für Husten ist die Einnahme von ACE-Hemmern, wie sie gegen hohen Blutdruck verschrieben werden. Außerdem möglich: allergisches Asthma und Vorstufen davon gehen auch mit Dauerhusten einher. Auch Sodbrennen kann Husten zur Folge haben. Schlimmster Fall: unbehandelter Lungenkrebs.

Dauert der Husten weniger als zwei, drei Wochen, spricht man auch von einem akutem Husten. Chronischer Husten klingt unbehandelt auch nach einem Zeitraum von mehr als drei Wochen nicht ab. In diesem Fall sollten Sie spätestens einen Arzt aufsuchen. Denn dann haben sich die körpereigenen Mittel gegen den Hustenreiz als unbrauchbar erwiesen und es sind weitere medizinische Maßnahmen notwendig. Ein länger anhaltender Husten kann zum Beispiel ein Hinweis auf eine Keuchhustenerkrankung sein.

Von ärztlicher Seite wird bei Dauerhusten abgeklärt, worin die Ursache des lang anhaltenden Hustens liegen kann. So kann das Abhören der Lunge einen Hinweis auf den Ort der Erkrankung liefern. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs wird in unklaren Fällen oder bei längerem Husten ebefalls häufiger angeordnet. Die Lungenfunktionsprüfung kann außerdem einen Verdacht auf eine Chronisch obstruktive Lungenerkrankung erhärten oder eventuell zur Diagnose einer Asthma-Erkrankung führen.

Auswirkungen von Bronchitis

Bronchitis-Symptome: Wann wird der Husten zur Bronchitis?

Lange zu husten, das geht nicht spurlos an unserem Körper vorbei. Wer länger Husten hat, meist ausgelöst durch eine akute oder chronische Bronchitis, der hat in gewisser Weise eine vorgeschädigte Lunge, die nun anfälliger ist für zusätzliche Infektionen. Häufige Folge langen Hustens ist daher eine eitrige Bronchitis, mit der in der Regel ein eitriger, trüber, gelblich-grüner Auswurf einhergeht. Schreitet die Entzündung weiter fort, können auch Lungenentzündungen auftreten.

Besonders bei der chronischen Bronchitis sind die Entstehung eines Lungenemphysems sowie die begleitenden Atem- und Herzbeschwerden ernstzunehmende Erkrankungen, die nicht unterschätzt werden sollten. In diesem Stadium hat man schon längst keinen "leichten Husten" mehr. Da Lungen- und Herzbeeinträchtigungen später nicht unbedingt komplett ausheilen, gilt es, bereits zu Beginn einer chronischen Bronchitis die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen einzuleiten, um einer weiteren Verschlechterung vorzubeugen. Patienten mit einer chronischen Bronchitis haben zudem ein erhöhtes Risiko, an einem bösartigen Lungentumor zu erkranken.

Noch dramatischer kann die Lage bei Rauchern sein: Der jahre- oder jahrzehntelange Nikotinmissbrauch hat eine krebsfördernde Wirkung. Durch die chronische Zerstörung der Flimmerhärchen ist die Klärfunktion der Lunge gestört, so dass die schädigenden Stoffe nicht vollständig abtransportiert werden können. Die anhaltende Entzündung führt zur Entartung der Zellen der Bronchuswand und nachfolgend zur Entstehung eines bösartigen Tumors, meist eines sog. Plattenepithelkarzinoms.

Auch die Muskulatur bekommt die Folgen von heftigem und lang anhaltendem Husten zu spüren. Wer schonmal über Tage stark gehustet hat, der wird wissen, wie anstrengend das für den Brustkorb sein kann. Brust-, Bauch und Rückenmuskeln stehen unter verstärkter Belastung.

In Ausnahmen können krampfartige Hustenanfälle zu gebrochenen Rippen führen. Es sind tatsächlich auch Fälle bekannt, wo dauernder starker Husten Knochenbrüche verursachte.

Vor Ansteckung schützen

Sie können sich nicht vollständig vor einer Ansteckung mit Viren und Bakterien schützen und entsprechend auch nicht hundertprozentig einen Husten vermeiden. Aber Sie können das Risiko für sich und andere vermindern, indem Sie diese drei Tipps befolgen:

Sich beim Husten und Niesen die Hand vor den Mund halten.

Sich - besonders bei Kontakt mit Erkälteten - häufig die Hände waschen. Benutzte Papiertaschentücher sofort wegwerfen und auch Kinder stets mit frischen Taschentüchern versorgen.

Noch mehr Sicherheit würde eine Papiermaske bieten, wie sie Mediziner verwenden, die Mund und Nase bedeckt. Die Frage ist nur: Würden Sie so auf die Straße gehen?

Behandlung mit Medikamenten

Ärzte suchen natürlich den Grund der Erkrankung. Dennoch lässt sich auch der Husten als Symptom durch eine Reihe von Maßnahmen lindern:

- Hustenstillende Medikamente dürfen nur bei trockenem Husten und erst nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.

- Schleimlösende Medikamente verflüssigen den Schleim, so dass er sich leichter abhusten lässt.

- Inhalation mit pflanzlichen Aufgüssen (z.B. Kamillenöl) und Brustumschläge zur Linderung des Hustens

- Antibiotika wirken bei einer bakteriellen Entzündung, Rücksprache mit einem Arzt notwendig

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