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'Brombeersommer': Dörthe Binkert über eine schicksalhafte Dreiecksbeziehung

Dörthe Binkert: Brombeersommer
Dörthe Binkert: Brombeersommer © RTL interactive/ Deutscher Taschenbuch Verlag

Leseinfo zu 'Brombeersommer'

Karl und Theo sind beste Freunde. Umso größer ist die Freude, als sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in die Arme schließen und gemeinsam ein neues Leben beginnen. Der Arbeitsmarkt floriert, beide finden eine Frau. Aber weil die Liebe oft unberechenbar ist, verliebt Karl sich in Theos Frau Viola. Eine schicksalhafte Dreiecksbeziehung im Nachkriegsdeutschland beginnt, die überraschend endet.

Über 'Brombeersommer'

Neuanfang in den 50er Jahren: Irgendwo zwischen den Trümmern und dem Neuanfang bauen Karl und Theo ihr Leben wieder auf. Sie machen Karriere, genießen neue Freiheit. Sie freunden sich mit Viola an, einer Freundin von Karls Schwester, die prompt Theo den Kopf verdreht. Die beiden heiraten. Nicht anders ergeht es Karl, der seiner Verlobten Edith das Jawort gibt. Das Paar war schon vor dem Krieg verlobt und ungeachtet seiner schwindenden Gefühle für Edith, führt Karl diese zum Standesamt. Schließlich hat er ihr mal die Ehe versprochen. Doch die Verbindung geht nicht gut, die von der Tristesse des Alltags enttäuschte Edith betrügt ihn mit seinem Kriegskameraden und verlässt ihn. Die beiden lassen sich scheiden - zu damaliger Zeit ein absoluter Skandal.

Karl sucht jetzt immer mehr die Gesellschaft von Theo und Viola. Doch weil Theo sich in seine Arbeit als Jurist stürzt, verbringt Karl immer mehr Zeit alleine mit der jungen Frau. Zu ihrem 30. Geburtstag schenkt Theo Viola einen VW Käfer, damals der Inbegriff des Wirtschaftsbooms! Die drei Freunde machen sich auf in den Italien-Urlaub. Im Sommerhäuschen in den Dolomiten, irgendwo zwischen heftigen Sommergewittern, braut sich zwischen Viola und Karl ein echter Sturm der Gefühle zusammen. Und mit ihm ein unlösbarer Konflikt mit der Frage, was denn nun wichtiger sei: Die Freundschaft oder die Liebe?

Was das Buch besonders lesenswert macht, ist nicht nur die sehr zurückhaltend geschilderte Liebesgeschichte, sondern vor allem auch, dass es die Gesellschaft der 50er Jahre widerspiegelt. Die Autorin schildert auf eine einfache Art und Weise das Leben von Menschen, die ihrer Jugend beraubt wurden: den Werdegang von Frauen, gefangen zwischen der aufkeimenden Emanzipation und den Schranken der Tradition, und den Konflikt von jungen Männern, gefangen zwischen der desillusionierten Generation der Väter und der Vielfalt der "neuen" Welt. Nur die Liebe, sie bleibt immer gleich - egal wann und wo.

Über die Autorin Dörthe Binkert

Dörthe Binkert, geboren in Hagen/Westfalen, wuchs in Frankfurt am Main auf und studierte dort Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft. Nach ihrer Promotion hat sie viele Jahre für große deutsche Publikumsverlage gearbeitet. Seit 2007 ist sie freie Autorin und lebt in Zürich.

(Text: Camilla Koziol)

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