KOCHEN UND BACKEN KOCHEN UND BACKEN

Brombeeren und Co.: Sammeln Sie Beeren einfach im Wald!

Beeren: So machen Sie Marmelade!
Beeren: So machen Sie Marmelade! © Printemps - Fotolia

So finden Sie Brombeeren und andere Leckereien

Die wilden Verwandten der angebauten Beeren wachsen in Wäldern und Parks, auf Lichtungen und Brachflächen, an Böschungen und Flüssen, am Feld- und Wegesrand. Sie zu ergattern, erfordert schon mal ein wenig Einsatz. Man muss manchmal kraxeln, sich ins Gebüsch und durch Gestrüpp schlagen oder sich ganz schön recken und strecken.

Weil wild wachsende Beeren viel intensiver als angepflanzte schmecken, ist der Lohn dieser Mühen aber garantiert ein kleines kulinarisches Highlight! Das manchmal auch Spuren auf der Kleidung hinterlässt. Ziehen Sie deshalb zum Beerensammeln ältere und bequeme Sachen an, und vor allem feste Schuhe. Lange Hosen - nicht nur in zeckenreichen Gebieten am besten in die Socken gestopft - und langärmelige Shirts oder Hemden schützen Beine und Arme vor unerwünschten Nebenwirkungen beim Sammeln, wie Zecken, Insektenstiche, Dornenkratzer oder der intensiven Begegnung mit Brennnesseln. Rüsten Sie sich außerdem je nach Wetterlage gegen zu viel Sonne mit einer Kopfbedeckung beziehungsweise einem leichten Regenschutz für drohende Schauer.

Nützliche Utensilien

Beim Pflücken von Walderdbeeren wären sie eher hinderlich. Wenn Sie aber speziell auf wilde Schätze wie Brombeeren, Himbeeren, Schlehen oder Sanddorn aus sind, die an stacheligen und dornigen Sträuchern wachsen, werden Ihnen Handschuhe gute Dienste tun. Die bewahren Sie beim Sammeln von farbstarken Früchtchen wie Blaubeeren auch vor verfärbten Fingern. Nicht ratsam ist der sogenannte Beerenkamm, ein handlicher Erntehelfer, der früher vor allem zum Pflücken von Blaubeeren, Johannisbeeren und Holunder benutzt wurde. Mit ihm kann man die Wildsträucher leider schnell beschädigen und damit ungewollt schwächen.

Als nützlich kann sich aber eine Rosen-, Garten- oder Baumschere erweisen. Beeren, die schirmchenweise oder an Rispen zusammenhängen, wie Holunder- und Johannisbeeren, lassen sich damit schnell und effizient ergattern. Auch den empfindlichen Sanddorn schneidet man am besten behutsam ab. Aber bitte immer nur die einzelnen Beeren oder Fruchtstände, nie ganze Zweige abschneiden! Für den Transport der beerigen Beute nach Hause eignet sich immer noch ein luftiger Korb (ideal ist ein klassischer Weidenkorb) am besten. Kleinere Mengen sind für den Heimweg auch in einer offenen Schale gut aufgehoben.

Nachhaltigkeit und Rücksicht gelten besonders beim Sammeln von Wildfrüchten als oberstes Gebot: Sammeln Sie immer nur so viele Beeren, wie Sie wirklich selbst essen und verarbeiten können. Betrachten Sie wilden Köstlichkeiten als Besonderheiten, nicht als Massenware. Und bitte nie eine Fundstelle komplett abernten! Schließlich gehören die fruchtigen Schätze der Natur nicht nur uns, sondern auch den Wildtieren und Vögeln. Und auch die Pflanzen selbst brauchen gewisse "Reste" für ihren erfolgreichen Fortbestand. Davon profitieren alle und so können auch Sie im nächsten Jahr wieder mit viel Freude und Aussicht auf gute Ernte Beeren sammeln gehen.

Goldene Regeln beim Beeren sammeln

Absolut Tabu fürs Beeren sammeln sind Naturschutzgebiete und Nationalparks! Auch das man von – möglicherweise noch so verlockenden – Beeren entlang bekannter Gassi-Routen und vielbefahrener Straßen lieber die Finger lässt, versteht sich von selbst. Gleiches gilt für Früchte an Hecken und Sträuchern, die direkt entlang konventionell bewirtschafteter Flächen wie Felder oder Weinberge stehen; sie könnten durch landwirtschaftliches Spritzen pestizidbelastet sein. Und überhaupt gehören in den Mund und ins Körbchen nur Beeren, von denen Sie mit absoluter Sicherheit wissen, dass sie essbar und ungiftig sind. Beim leisesten Zweifel im eigenen Interesse: Finger weg! Beachten Sie nichtsdestotrotz auch bei den genießbaren Exemplaren einige Besonderheiten. Preiselbeeren zum Beispiel entfalten ihr volles Potential erst durch Verarbeitung und schmecken roh ziemlich sauer, roher Holunder allerdings ist schwach giftig und soll deshalb prinzipiell vorm Genießen gekocht werden.

Die beste Zeit zum Beeren sammeln ist nachmittags, denn dann sind sie besonders süß. Sammeln Sie nur intakt aussehende, vollreife Beeren. Von Schädlingen befallene und unausgereifte Früchte sind im besten Fall bloß eine Attacke auf Ihre Geschmacksnerven, schlagen schlimmstenfalls aber richtig auf den Magen oder machen sogar krank. Achten Sie deshalb darauf, dass die Beeren, die Sie pflücken, eine durch und durch kräftige Farbe haben und gesund aussehen. Wenn sie sich auch noch ganz leicht abzupfen lassen, ist das ein weiteres Indiz für den richtigen Reifegrad. Frischluft macht hungrig und den meisten pflückfrischen Früchtchen kann man ohnehin nicht widerstehen, deshalb werden Sie einen Teil der Beeren sicher direkt vernaschen. Von der Ausbeute, die Sie mitnehmen möchten, legen Sie am besten nur wenige Lagen Früchte übereinander, um unnötige Druckstellen zu vermeiden. Um Ihnen die Freude an Ihrem Sammelgut nicht gleich wieder zu verderben, setzen sie es außerdem möglichst nicht der direkten Sonne aus und bringen es schnellstmöglich nach Hause.

Einmal geerntet, haben Beeren es gern kühl und dunkel. Und geräumig; wenn sich zu viele Früchte übereinander türmen, verderben sie schneller. Doch selbst gut verstaut und abgedeckt im Kühlschrank hält sich das Sammlerglück meist nur ein bis zwei Tage. Wie gut, dass es verschiedene Arten gibt, die köstliche Ernte weiterzuverarbeiten und dadurch haltbarer zu machen. Ob Sie die Beeren nun nochmal pur genießen oder trocknen, einmachen, kandieren, einfrieren oder zu Marmelade, Gelee, Kompott oder Chutney machen wollen, waschen Sie sie erst kurz vorher sanft in kaltem Wasser (am schonendsten geht das in einer großen Schale) und tupfen sie dann vorsichtig trocken. Zum Einkochen, Einmachen und Einfrieren eignen sich eigentlich alle wilde Beeren. Tiefgefroren bleiben sie übrigens besonders schön, wenn Sie die Früchte zunächst einzeln auf ein Tablett setzen, einfrieren und dann erst in praktische Gefrierbeutel umfüllen. Zum Trocknen sind besonders die kleineren Früchte geeignet, fürs Kandieren am besten solche mit festerer Konsistenz. Auch fruchtigen Likör können Sie aus ihren wilden Schätzen machen.

Beerensammeln: Tipps und Tricks

Wo immer es ums Beeren sammeln geht, kommt auch der Fuchsbandwurm zur Sprache. Das Risiko für den Menschen, sich durch den Genuss von wilden Beeren damit anzustecken, ist so gut wie ausgeschlossen. Wer aber ganz auf Nummer sicher gehen möchte, beherzigt einfach zweierlei: Pflücken Sie an Sträuchern und Hecken erst ab einer Höhe von circa 70 Zentimetern. Und erhitzen Sie die Beeren nach dem Waschen auf mindestens 60 °C, besser noch 70 °C - das tötet die Erreger definitiv ab. Für Einsteiger und alle, die auch weniger bekannte beerenstarke Köstlichkeiten wie Maulbeere, Mehlbeere, Berberitze, Felsenbirne, Mahonie und so weiter entdecken und sammeln möchten, gibt es viele hilfreiche - und auch handliche - Bücher zum Thema Beerensammeln. Mit detaillierten Beschreibungen und Abbildungen eignet sich diese Art von Lektüre bestens als Vorbereitung der Entdeckungsreise und zum Nachschlagen plus einwandfreien Bestimmen vor Ort.

Für möglichst ungetrübte Freude am Beeren sammeln und -genießen schließlich noch ein paar wirkungsvolle Hausmittel, falls Sie im Eifer des Gefechts doch ein Beerenfleck mal eiskalt erwischt: Ganz frische Flecken lassen sich mit kohlesäurehaltigem Mineralwasser gut "bearbeiten". Einfach mehrmals damit nass machen und anschließend möglichst rasch in der Maschine waschen. Auch Zitronensaft ist überaus hilfreich. Damit eingerieben kriegen Sie nicht nur Fruchtflecken aus der Kleidung besser raus, auch von Beeren verfärbte Hände, Lippen und Zähne werden so wirkungsvoll wieder entfärbt. Selbst richtig eingetrockneten und hartnäckigen Beerenflecken lässt sich noch effektiv zu Leibe rücken: Weichen Sie betroffene Stellen vor dem Waschen mehrere Stunden lang in Milch (alternativ Buttermilch oder auch Naturjoghurt) ein und waschen Sie das Kleidungsstück anschließend - unter Beachtung der empfohlenen Angaben des Herstellers - mit höchstmöglicher Temperatur. So verlieren selbst Beerenflecken ihren Schrecken.

Anzeige