GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Broken-Heart-Syndrom: Wenn Liebeskummer tödlich ist

Herzschmerz ist eine ernsthafte Bedrohung

Broken-Heart-Syndrom - das klingt nach Liebeskummer und Herzschmerz. Und genau das kann es auch sein, muss es aber nicht. Das Broken-Heart-Syndrom wird durch akuten seelischen Stress ausgelöst – und der kann viele Ursachen haben, auch Liebeskummer. Denn wenn eine Liebe zerbricht, zerbricht oft auch mindestens ein Herz.

Das Broken-Heart-Syndrom wird durch akuten seelischen Stress ausgelöst
Keine Kleinigkeit: Studien belegen, dass Liebeskummer dem Herzen schadet. Lies mehr über Broken-Heart-Syndrom: Wenn Liebeskummer tödlich ist - RTL.de bei www.rtl.de © WavebreakMediaMicro - Fotolia

Ärzte, die die Auswirkungen von Liebeskummer untersucht haben, berichten von Lustlosigkeit, Depressionen und massiven Schlafstörungen - das Gefühlschaos wirft uns komplett aus der Bahn. Im schlimmsten Fall kann der Herzschmerz sogar tödlich enden. Auch Andrea Gens hat einen Extrem-Liebeskummer erlebt: Weil ihre Ehe und kurz danach eine neue Beziehung gescheitert ist, war sie körperlich und psychisch völlig am Ende. Als sie merkte, dass auch Freunde ihr nicht mehr helfen konnten, suchte sie sich professionelle Hilfe bei einer Therapeutin.

Gut so, sagt Herzspezialist Wolfgang von Scheidt - denn ein gebrochenes Herz ist nicht nur eine Redensart, sondern eine ernste Bedrohung. Experten sprechen vom 'Broken-Heart-Syndrom'. Es handelt sich dabei um eine akut auftretende Muskelschwäche, bedingt durch eine Anflutung von Stresshormonen. Das Herz setzt deshalb teilweise für kurze Zeit einfach seine Tätigkeit aus. Die Beschwerden sind praktisch vergleichbar mit einem Herzinfarkt: Akut einsetzende starke Schmerzen im Brustkorb, Atemnot.

Und das kann sogar tödlich enden! Am stärksten gefährdet sind Medizinern zufolge Frauen in den Wechseljahren. Vermutlich, weil der Körper in dieser Zeit am stressanfälligsten ist. Ärzte raten deshalb, gezielt gegen seelischen Stress anzugehen - zum Beispiel durch Sport. Dabei werden Hormone ausgeschüttet, die Glücksgefühle erzeugen. Oder man fragt einen Profi um Rat, wie es auch Andrea gemacht hat.

"Freunde wollen helfen, aber sie sind sicher irgendwann machtlos. Da kann nur jemand von außen kommen, der Abstand zur Situation hat", sagt Andrea. Liebeskummer-Therapeutin Kerstin Beyer hat die Erfahrung gemacht, dass ihre Patienten sich oft klein und wertlos fühlen. Sie versucht dann gezielt, das Selbstbewusstsein der Kummergeschüttelten aufzubauen.

Für Andrea Gens war der Gang zur Therapeutin goldrichtig. Sie hat rechtzeitig gegen ihren Kummer angekämpft.

Anzeige