Brittany Maynard: Krebskranke verschiebt ihren Tod

"Ich fühle mich gesund genug und habe noch Freude am Leben"

Eigentlich wollte Brittany Maynard am 1. November 2014 sterben - bevor die Folgen ihres Gehirntumors unerträglich werden. Doch nun erklärt sie in einem neuen Video, dass sie damit noch warten will: Das Leben sei einfach zu schön, um jetzt schon zu gehen, so Brittany.

Brittany Maynard: Krebskranke verschiebt ihren Tod
© dpa

Sie fühle sich im Moment gesund genug, um noch Zeit mit ihren Freunden und ihrer Familie zu verbringen. Es sei für die 29-Jährige noch nicht der richtige Zeitpunkt zu gehen, da sie noch Freude am Leben habe. Seit die Amerikanerin von den Ärzten die Diagnose bekommen hat, dass sie sterben wird, hat sie auf den 1. November "hingearbeitet". Sie hat ihre 'Bucket List' abgearbeitet. Trotzdem möchte Brittany noch etwas Zeit mit ihren Liebsten verbringen, solange es ihr noch gut geht, berichtet 'Daily Mail'

In den letzten Monaten ist Brittany viel gereist: Mit ihrem Ehemann Dan zum Yellow-Stone-Nationalpark, mit ihrer besten Freundin nach Alaska. Dort hätten sie unter anderem eine Kajaktour zu den Gletschern unternommen, erzählt die junge Frau in einem Video auf ihrer Internetseite 'The Brittany Maynard Fund'. Später habe sie ihre Mutter in Alaskas Hauptstadt Juneau getroffen und eine Bootstour gemacht. All die Ziele, die auf ihrer 'Bucket List' standen.

"Meine Mutter wird bald ihr einziges Kind verlieren"

Ihren letzten großen Wunsch hat sich Brittany Ende Oktober erfüllt: Mit ihrer Familie hat sie den Grand Canyon besucht. "Ich habe meine Zeit mit den beiden Dingen verbracht, die ich am meisten liebe: Meine Familie und die Natur", schreibt sie auf ihrer Seite. Doch so sehr sie ihre letzten Tage auch genießen mag, den Krebs kann die junge Frau nie ganz vergessen. "Schlimmes Kopfweh und Nackenschmerzen sind mein ständiger Begleiter", erklärt sie. Am Tag nach dem Ausflug zum Grand Canyon hatte sie ihren bisher stärksten Krampf. Sie sei bewusstlos gewesen und hätte kurzzeitig ihr Sprachvermögen verloren.

"Ich nehme verschreibungspflichtige Medikamente, die das Wachstum des Tumors verringern sollen. Dadurch ist mein ganzer Körper aufgeschwollen", schreibt sie weiter, "Dan und ich haben den Wunsch aufgegeben, eine Familie zu gründen. Meine Mutter wird bald ihr einziges Kind verlieren. Wir sind uns wohl alle einig, dass kein Elternteil sein Kind beerdigen sollte."

Anzeige