Britische Werbeaufsicht verbietet Magermodel-Foto von Yves Saint Laurent

Werbeaufsicht verbietet Magermodel-Foto
Streichholzdünne Beine, sichtbare Rippen - ein Model von Yves Saint Laurent © YSL, Yves Saint Laurent

Streichholzdünne Beine, sichtbare Rippen - ein Model von Yves Saint Laurent

Für Mode-Fans kein ungewöhnlicher Anblick: Auf einer neuen Anzeigenkampagne der Modemarke Yves Saint Laurent räkelt sich eine mager aussehende Frau mit streichholzdünnen Beinen im kurzen Schwarzen lasziv auf dem Teppich. Für die britische Werbeaufsicht 'Advertising Standards Authority' (ASA) ist das Werbefoto ein klarer Verstoß gegen die Mindeststandards. Die Konsequenz: Die britische Werbeaufsicht verbot die Magermodel-Anzeige in Großbritannien.

Die ASA kritisierte auf dem Schwarz-Weiß-Foto vor allem die "ungesund untergewichtig" aussehenden Beine und das tiefe Dekolleté des Models, bei dem die Rippen deutlich zu sehen seien. Die Werbeaufsicht ist durch eine eingereichte Beschwerde auf das Werbefoto im Modemagazin 'Elle' aufmerksam geworden. Begründung der ASA für das Verbot: Das Abbilden von Magermodels kann schwerwiegende Auswirkungen auf das Körperempfinden und die Selbstwahrnehmung junger Frauen haben.

Yves Saint Laurent ist für seine Modekampagnen mit dünnen Models bekannt - schon im vergangenenJahr hatte ein US-Blogger im Rahmen einer Online-Petition mehr als 48.000 Unterschriften gegen die "schmerzhaft dünnen Models" bei Yves Saint Laurent gesammelt.

Dünn, dünner, Mager-Model

In letzter Zeit hatte ein erstes Umdenken in der Modewelt begonnen - die öffentliche Kritik an Magermodels nimmt immer mehr zu. Und auch die Politik mischt sich verstärkt ein: Vorreiter ist Frankreich. Das Nachbarland hat zuletzt ein Gesetz beschlossen, das stark unterernährten Frauen die Arbeit als Model verbietet. Wessen Body-Mass-Index (BMI) unter einen festgelegten Wert fällt, darf - zumindest in Frankreich - nicht mehr modeln. Und ein Verstoß kann teuer werden: Es drohen Geldstrafen von bis zu 75.000 Euro.

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