GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Brille adé: Kamra-Inlay sorgt für Durchblick

Brille adé: Kamra-Inlay sorgt für Durchblick
© T.Tulic - Fotolia

Für viele Brillenträger klingt es zu schön um wahr zu sein: Endlich wieder scharf sehen – und zwar ohne Brille oder Kontaktlinsen. Möglich machen soll es ein Implantat, das ins Auge eingesetzt wird - das sogenannte Kamra-Inlay. Für wen eignet sich das neuartige Verfahren? Und welche Gefahren bestehen?

Das Kamra-Inlay besteht aus hauchdünnem Kunststoff und wird in die Hornhaut eingesetzt – direkt vor der Pupille. Dadurch ermöglicht es Patienten mit Altersweitsichtigkeit, wieder ohne Sehhilfe zu lesen. Das Verfahren wird seit Anfang 2012 in Deutschland praktiziert.

Für wen eignet sich das Implantat?

Voraussetzung für das Verfahren ist allerdings eine gesunde, völlig intakte und ausreichend dicke Hornhaut des Auges. Ob das bei Ihnen der Fall ist, zeigt im Zweifel ein Kontroll-Besuch bei Ihrem Augenarzt. Weil die Weitsichtigkeit vorwiegend im Alter auftritt, wird diese Laser-Operation in der Regel Menschen ab 50 Jahren empfohlen. Bislang wurde das Inlay etwa 5.000 Patienten eingesetzt.

Während der Operation löst der Augenchirurg mit Hilfe eines Lasers eine dünne Scheibe der äußeren Hornhautschicht ab. Anschließend wird die Kamra-Linse über der Pupille in die Hornhaut eingesetzt. Die Linse haftet praktisch von selbst an, wie ein Pflaster. Sie hat in der Mitte eine kleine Öffnung von 1,6 Millimeter. Sie funktioniert ähnlich wie eine Lochblende beim Fotografieren: Nicht fokussiertes Licht wird durch die Öffnung blockiert, sodass nur fokussiertes Licht zur Netzhaut gelangt. Diese gebündelten Lichtstrahlen verbessern die Sehfähigkeit und es entsteht mehr Tiefenschärfe.

Nachteil des Kamra-Inlays: Beim Blick in die Ferne erscheinen die Bilder etwas dunkler und eine Nuance unschärfer als normal. Augenärzte empfehlen deshalb, die Linse nur in ein Auge einzusetzen – somit kann das andere Auge die Unschärfe und auch die Helligkeit ausgleichen. Die Kosten für die Operation liegen bei durchschnittlich 2000 Euro. Leider beteiligen sich die Krankenkassen noch nicht an den Operationskosten.

Anzeige