BABY BABY

Brief in der Babyklappe: Rührende Botschaft einer verzweifelten Mutter

Mutter hinterlässt emotionalen Abschiedsbrief an ihr Neugeborenes

Dieser Brief hat uns in diesem Jahr bewegt: Eine verzweifelte Mutter hat ihren neu geborenen Säugling in der Babyklappe abgelegt und einen rührenden Abschiedsbrief an ihre Tochter hinterlassen. Darin stehen unter anderem diese Zeilen: "Meine Angst, nicht gut zu dir zu sein, nicht immer für dich da sein zu können, überwog und brachte mich dazu, diese Entscheidung zu treffen."

Babyklappe Hannah Lübeck
Am helllichten Tag legte die Mutter die kleine Hannah in der Klappe ab.

Als Friederike Garbe, Leiterin des Agape-Hauses in Lübeck, die kleine Hannah am 27. März um 14.32 Uhr in der Babyklappe fand, war sie in eine gelbe Decke eingewickelt und trug einen handgeschriebenen Brief bei sich, einen Brief, der zu Tränen rührt. Darin schreibt die leibliche Mutter nämlich: "Dies ist wohl die schwerste Entscheidung meines Lebens. Neun Monate hatte ich dich bei mir, im Bauch. Ich habe dich gespürt und habe zu dir gesprochen … Doch ich kann nicht für dich da sein."

Am helllichten Tag legte die Mutter die kleine Hannah in der Klappe ab. Mit dem Wissen, ihr Baby vielleicht ein letztes Mal im Arm halten zu können, wird sich die Mutter wohl kurz nach der Entbindung zur Babyklappe in Lübeck begeben haben.

Auch Friederike Garbe ist sich sicher, dass sich die Mutter nur schweren Herzens von ihrem Baby getrennt haben muss: "Mütter, die solche Briefe schreiben, haben wirklich ihr Herzblut da rein gelegt und haben sich die Entscheidung ganz schwer gemacht. Und wahrscheinlich auch lange gebraucht, um diesen Schritt zu gehen." Offenbar wollte Hannahs Mutter ihr Kind nur schützen, denn nicht alle Mütter handeln in solch einer Notsituationen so überlegt.

"Wenn ich soweit bin, dann werde ich nach dir suchen"

Für Psychotherapeutin Dr. Karin Joder liegt die Vermutung nahe, dass die Mutter Erlebnisse von Gewalt, Vernachlässigung oder Missbrauch in der Kindheit gehabt haben muss. Das würde zumindest erklären, warum sie sich nach der Geburt nicht zutraut, ihr Kind weiter zu versorgen.

Doch das Ende des Briefes lässt Hoffnung aufkommen. Denn darin schreibt die Mutter weiter: "Wenn ich soweit bin, dann werde ich nach dir suchen, das verspreche ich dir. Sicherlich wirst du dann schon Menschen um dich haben, zu denen du Mama und Papa sagst. Ich möchte dann einfach nur, dass du weißt, dass ich die Person bin, die dich zur Welt gebracht hat und jeden Tag gehofft hat, dass es dir gut geht, mein Schatz. Ich liebe Dich, Deine Mutter."

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