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Brangelina-Trennung : Warum Kinder zur Scheidung führen können

Angelina Jolie und Brad Pitt haben sich getrennt
Brangelina ist Geschichte. Angelina Jolie und Brad Pitt gehen nun getrennte Wege. © Getty Images, Jason Merritt, ph

Erziehungsstreit als Trennungsgrund

Seit bekannt ist, dass  sich Hollywoodstars Angelina Jolie und Brad Pitt scheiden lassen, fragt sich alle Welt: Warum trennt sich dieses mutmaßliche Traumpaar? Nach allem, was zu lesen ist, geht es tatsächlich einmal nicht um neue Liebschaften. Sondern um die gemeinsamen sechs Kinder. Angeblich waren sich Jolie und Pitt in Erziehungsfragen nicht einig - auch im Leben normaler Paare sind derartige Konflikte sehr schwer zu lösen. 

Von Christiane Mitatselis

Trennung? Besser für die Kinder als streitende Eltern

Zunächst ein Überblick über die Mitglieder der Kinderschar, die im Hause Pitt-Jolie lebt: Angelina Jolie hatte schon ein Adoptivkind, den kambodschanischen Jungen Maddox, als sie und Brad Pitt 2004 ein Paar wurden. Hinzu kamen das 2005 adoptierte äthiopische Mädchen Zahara, die 2006 geborene, gemeinsame Tochter Shiloh, der 2007 adoptierte vietnamesische Junge Pax Thien und die 2008 geborenen Zwillinge Vivienne Marcheline und Knox Leon.

Sechs Kinder stellen ein Millionärs-Paar natürlich weder vor die logistischen noch finanziellen Probleme, mit denen sich normale Eltern herumschlagen müssten. Bei Stars zu Hause gibt es ein Rudel von Nannys, jedes Kind hat mindestens eine - Geld gibt es in einer solchen Familie schließlich wie Heu. Der Alltagsstress, an dem normale Paare mit Kindern häufig zerbrechen, dürfte sich bei Jolie und Pitt in Grenzen gehalten haben. Die dürften - anders als eine größere Familie ohne Millionen-Budget - immer noch genug Zeit gehabt haben, sich einander zu widmen und die Beziehung zu pflegen. Das heißt: sich mal mehr und mal weniger sehen. Mal zusammen ausgehen, mal mit Freunden - also lauter Dinge tun, die viele Paare tun, um eine Beziehung in Schuss zu halten.

Falls ein Paar aber kontroverse Ansichten darüber hat, wie Kinder erzogen werden sollten, dann liegt ein unüberbrückbarer Konflikt vor. Wenn die Ansichten zu weit auseinander driften, sind keine Kompromisse möglich; ein ausgedachtes Beispiel: Der eine findet, dass eine Ohrfeige noch keinem Kind geschadet habe, der andere lehnt jede Form von Gewalt in der Erziehung strikt ab. Wie soll man da übereinkommen?

Besser für Kinder, wenn sich streitende Eltern trennen?

Oder: Ein Junge sagt, er möchte gern Balletttänzer werden. Das eine Elternteil sagt, das gehe nicht, das sei unmännlich und deshalb nichts für Jungs. Der andere findet, es sei kein Problem. Oder: Ein Mädchen will sich wie ein Junge anziehen und findet Mädchenkram überhaupt doof. Wenn es das eine Elternteil in Ordnung findet, die Wünsche des Kindes in der Vordergrund stellt,  das andere Elternteil hingegen auf die Einhaltung von Konventionen pocht – dann ist es sehr schwer möglich, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Wenn Eltern so weit auseinander liegen, können sie nicht mehr als Team auftreten und  verunsichern das Kind.

Womöglich war es ein Problem genau dieser Art, das Jolie und Pitt auseinander brachte. Denn es wird berichtet, Tochter Shiloh wolle lieber ein Junge sein. Angeblich hat Jolie damit keine Schwierigkeiten, Pitts Haltung soll konservativer sein.

Oft werden solche Kontroversen erst dann akut, wenn die Kinder nicht mehr klein sind und die Eltern mit Eintritt in die Pubertät vor Schwierigkeiten stellen, die es vorher nicht gab, da es um grundsätzliche Fragen des Lebens geht. Für den Nachwuchs ist es in solchen Fällen besser, wenn sich die Eltern trennen, um den Kindern Stress zu ersparen. Und nicht wegen der Kinder zusammenbleiben, wie es viele Paare tun - und sich täglich weiterzanken. Dauernden Streitigkeiten beizuwohnen, ist für Kinder sehr belastend.

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