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Botox bei Migräne: Kopfschmerzen wegspritzen

Botox bei Migräne
US-Forscher setzen das Nervengift Botox immer öfter zur Behandlung chronischer Migräne ein. © Fotolia Deutschland

US-Forscher setzen bei der Migräne-Behandlung auf Botox

Schauspieler und Promis machen es vor und immer mehr "Normalsterbliche" machen es nach: Sie lassen sich Botox gegen Falten spritzen. Im Kampf gegen die äußeren Anzeichen des Alters ist vielen jedes Mittel recht. Und wenn nur eine Spritze und fünf Minuten Zeit nötig sind, um die Falten glattzubügeln, umso besser. Viele vergessen dabei allerdings, dass es sich bei Botox immer noch um ein Nervengift handelt. Wie gut klären Ärzte darüber auf?

Sogenannte "Botox-Partys" vermitteln den Eindruck, dass das Botox Spritzen im Kreise guter Bekannter oder Freunde Spaß pur und völlig harmlos ist. Das und wie riskant und hochgiftig das Botulinumtoxin ist, wird oft schöngeredet. Dabei zeigt allein die Tatsache, dass nur Ärzte Botox spritzen dürfen, dass es sich dabei eher um eine medizinische als um eine kosmetische Behandlung handelt.

Weisen Ärzte auf Gefahren von Botox hin?

Aber wie sieht es bei Ärzten aus? Klären diese wirklich umfassend und verständlich über die Gefahren von Botox auf? Drei Frauen zwischen 30 und 50 Jahren haben in Berlin den "Praxis-Test" gemacht. Im Auftrag von "Stiftung Warentest" ließen sie sich jeweils in acht Praxen hinsichtlich der Behandlung der sogenannten "Zornesfalte" zwischen den Augen mit Botox beraten.

Während die meisten Ärzte die Testpersonen umfassend über mögliche Nebenwirkungen wie beispielsweise blaue Flecken oder eine Schwellung des Gesichts aufklärten, nahm nur einer der getesteten Ärzte eine Anamnese vor. Das heißt, nur ein Arzt erkundigte sich über eventuelle Vorerkrankungen, Allergien oder die Einnahme von Medikamenten seitens des Patienten. Die Kosten für das Beratungsgespräch lagen dabei zwischen null und 60 Euro. Die Behandlungskosten wurden mit 190 bis 390 Euro beziffert.

Tatsache ist: Offiziell zugelassen ist Botox in Deutschland nur für die Behandlung verschiedener Muskelverkrampfungen. Ärzte können das Toxin jedoch auf eigene Verantwortung und auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten auch zu kosmetischen Behandlungen wie der Faltenbekämpfung einsetzen. Dafür ausdrücklich zugelassen sind die Präparate Vistabel, Azzalure und Bocouture. Das jeweilige Mittel wird direkt in den Muskel gespritzt, der für die Verkrampfung verantwortlich ist. Dadurch wird dieser gelähmt und die Stirn beispielsweise kann nicht mehr kraus gezogen werden. Diese Wirkung hält allerdings in der Regel maximal vier Monate lang an. Danach wird eine neue Injektion fällig.

(Quelle: Stiftung Warentest, 07/2011)

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