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Bordell: Was tun, wenn der Partner in den Puff geht?

Mein Mann geht ins Bordell
Mein Mann geht ins Bordell © dpa, Oliver Berg

Partner geht ins Bordell - was tun?

Die Sache scheint dumm gelaufen zu sein. Ein prominenter deutscher Unternehmersohn soll bei einer Razzia in einem Bordell erwischt worden sein, darüber berichtet jedenfalls eine in derartigen Dingen gewöhnlich gut unterrichtete Boulevardzeitung. Zwar soll der junge Mann nicht als Beschuldigter geführt werden, er ist jedoch verheiratet – und wird seiner Frau Rede und Antwort stehen müssen.

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Von Christiane Mitatselis

Es ist ein erstaunliches Phänomen: Die deutschen Bordelle können sich, wie immer wieder berichtet wird, auch in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten nicht über mangelnden Zulauf beklagen. Auch Table-Dance-Lokale boomen, es gibt sogar Flatrate-Puffs für besonders sparsame Herren.

Fragt man sich jedoch einmal stichprobenartig durch den männlichen Bekanntenkreis, so finden sich nur selten Männer, die zugeben, schon einmal einen Puff aufgesucht zu haben. Und wenn, dann liegt es schon viele, viele Jahre zurück.... Man kann wohl davon ausgehen, dass etliche Herren flunkern.

Wer nun argumentiert, es sei ja nicht verboten, in den Puff zu gehen, außerdem könnten zumindest ungebundene Männer tun, was sie wollten, der übersieht ein paar entscheidende Details.

Auch in deutschen Bordellen sind Ausbeutung und Unterdrückung traurige Realität. Viele Frauen werden zur Prostitution gezwungen. Manche sind minderjährig, Opfer skrupelloser Menschenhändler. Das scheint die Männer aber nicht zu stören, ihr Verantwortungsgefühl scheint gen null zu streben. Denn sonst wären die Puffs nicht so voll.

Haben Bordell und Ehe was gemeinsam?

Schweden hat schon 1999 ein fortschrittliches Gesetz eingeführt, dort ist Prostitution verboten, da sie mit der Würde der Frau nicht vereinbar ist. Strafbar machen sich aber nur die Freier – und nicht die Prostituierten.

Unabhängig von der Gesetzeslage kommt im Fall eines verheirateten Puffgängers die Komponente Vertrauensbruch hinzu. Er hintergeht seine Frau, die in der Regel nichts von der fragwürdigen Freizeitbeschäftigung des Gatten ahnt. Wenn Männer ertappt werden und ihre Puffbesuche gestehen müssen, dann sagen sie gern, das eine (die Liebe zur Ehefrau) habe mit dem anderen (dem Bordellbesuch) nichts zu tun – was natürlich Unfug ist. Wer seine Frau hintergeht, tritt die Liebe wissentlich mit Füßen.

Was sollte eine Frau, die erfährt, dass ihr Mann ein heimlicher Puffgänger ist, also tun? Es gibt nur eine adäquate Reaktion: Einen definitiven Tritt in den Hintern, Gnade ist fehl am Platz. Wer einmal gelogen hat, der wird immer wieder lügen.