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Blutvergiftung: Das sind die Symptome einer Sepsis

Sepsis erkennen: 60.000 Tote jährlich durch Blutvergiftung

Sie ist eine gefährlich unterschätzte Krankheit: Die Sepsis, bekannt als Blutvergiftung. Pro Jahr erkranken in Deutschland fast 280.000 Menschen daran, 60.000 sterben.

Blutvergiftung endet - leider! - oft tödlich
Schon kleine Schürfwunden können zu einer Sepsis führen. In Deutschland sterben jedes Jahr 60.000 Menschen an einer Blutvergiftung. © Prodakszyn - Fotolia

Jeder dritte Todesfall kann laut Experten verhindert werden, denn viele Fälle werden zu spät erkannt. Besonders wichtig ist, eine Sepsis rechtzeitig zu erkennen. Denn wird der septische Schock in der ersten Stunde schon behandelt, liegt die Überlebenschance bei 80 Prozent. Hier erfahren Sie, woran man eine Sepsis erkennt.

In den meisten Fällen ist eine Infektion - verursacht durch eine offene Wunde oder einen chirurgischen Eingriff – der Auslöser für die Sepsis.

Was passiert bei einer Sepsis?

Von einem Entzündungsherd dringen Erreger (Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten) in den Körper ein. Dies geschieht oft über die Lunge, aber auch über Verdauungsorgane, Harnwege oder Wunden. Dämmt das körpereigene Immunsystem die Infektion nicht direkt am Ursprungsort ein, gelangen die Eindringlinge in den Blutkreislauf.

Dort erst einmal angekommen, versetzen sie das ohnehin geschwächte Immunsystem in helle Aufruhr. Dieses bekämpft die Erreger massenhaft mit Immunzellen und Botenstoffen. Durch die Abwehrschlacht werden aber die Gefäße geschädigt. In der Folge spielt die Blutgerinnung verrückt und der Blutdruck sackt ab. Indes verbreiten sich die Erreger unkontrolliert über den Blutkreislauf im ganzen Körper. Die Immunabwehr kann diesen Prozess nicht mehr stoppen.

Die Organe werden nun nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und verweigern nach kurzer Zeit den Dienst. Es kommt zum Kreislaufzusammenbruch. Ärzte sprechen von einem "septischen Schock".

So kommt es zu einer Sepsis

Wie gut sind die Heilungschancen?

Eine gängige Meinung ist, dass die Überlebenschancen im Frühstadium noch bei über 80 Prozent liegen. Für langwierige Laborergebnisse ist also keine Zeit. Sobald ein Verdacht auf Sepsis besteht, muss sofort intravenös hochdosierte Antibiotika verabreicht werden. Mit jeder Stunde ohne Behandlung steigt das Sterberisiko US-amerikanischen Daten zufolge um sieben Prozent. Denn ist es erst einmal zu einem "septischen Schock“ gekommen, überlebt nur jeder zweite Erkrankte.

Wie erkennen Sie eine Sepsis rechtzeitig?

Die Symptome der Sepsis sind sehr allgemein und ähneln einer banalen Erkältung - das macht sie so heimtückisch. Liegt eine Infektion und obendrein folgende Symptome vor, sollten Sie schnellstmöglich zum Arzt gehen:

- Fieber (mindestens 38 Grad) oder Untertemperatur (höchstens 36 Grad)

- Erhöhter Puls (Ansteigen der Herzfrequenz auf 90 Schläge pro Minute)

- Atemfrequenz (Mindestens 20 Atemzüge pro Minute)

Nun ist ganz wichtig, dass Sie den Arzt konkret fragen: "Kann das eine Sepsis sein?"

Gibt es Risikogruppen?

Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem – etwa durch Krankheiten, Medikamente oder hohes Alter. Aber auch Junge und Gesunde können eine Sepsis bekommen, dafür reicht ein Kratzer. Den kann sich jeder bei der alltäglichen Arbeit im Garten oder genauso gut beim Kicken auf dem Bolzplatz zuziehen.

Wo ist die Gefahr einer Sepsis am größten?

Krankenhäuser sind Hochburgen für Erreger: Dort gibt es viele kranke Menschen auf engem Raum. Wegen Operationen, Kathetern und Beatmungsschläuchen sind den Eindringlingen Tür und Tor geöffnet.

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