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Bluthochdruck-Ursachen: 10 Mythen über zu hohen Blutdruck

5 Lebensmittel gegen Bluthochdruck
5 Lebensmittel gegen Bluthochdruck Ernährungstipps von Professor Ingo Froböse 00:01:39
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Bluthochdruck nur bei Dicken? Von wegen!

Er kommt schleichend und bleibt oft lange Zeit unbemerkt – dabei gehört chronischer Bluthochdruck laut der Weltgesundheitsorganisation zu den gefährlichsten Krankheiten unserer Zeit. Mehr als neun Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen eines überhöhten Blutdrucks.

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Bluthochdruck gehört zu den gefährlichsten Krankheiten unserer Zeit. Allerdings ranken sich um das Thema so manche Mythen. © wibaimages, Peter Widmann

An der Tatsache, dass Bluthochdruck gefährlich ist, gibt es dementsprechend keinen Zweifel mehr. Allerdings ranken sich um das Thema so manche Mythen. Was ist wahr, was ist nur ein Irrglaube? Zehn Blutdruck-Mythen stehen hier auf dem Prüfstand:

Blutdruck-Mythos 1: Nur übergewichtige Menschen haben zu hohen Blutdruck!

Nein, das stimmt nicht. Auch schlanke Menschen können an Bluthochdruck leiden. Zwar gehört Übergewicht zu einer der wichtigsten Ursachen für überhöhten Blutdruck, doch viele andere Faktoren wie Bewegungsmangel oder Stress, aber auch nicht regulierbare Faktoren wir Erbanlagen, Alter und Geschlecht spielen eine wichtige Rolle.

Blutdruck-Mythos 2: Kälte lässt den Blutdruck ansteigen!

Dieser Mythos ist absolut richtig. Kälte lässt den Blutdruck steigen, denn die kühlen Temperaturen verengen die Gefäße. Damit wird die Durchblutung der Haut geschwächt und der Körper verliert weniger Eigenwärme. Dadurch steigt der Blutdruck an.

Blutdruck-Mythos 3: Ein roter Kopf bedeutet Bluthochdruck!

Nein, das stimmt nicht. Man kann Menschen Bluthochdruck nicht ansehen – auch nicht an einem roten Kopf. Vielmehr führen Aufgeregtheit, Erregung oder Hitze dazu, dass die Gefäße im Gesicht stärker durchblutet werden, was die Rötungen zur Folge hat. Vorrübergehend kann ein plötzlicher Anstieg des Blutdrucks zwar zu einem roten Kopf führen, in den meisten Fällen hat dies aber andere Gründe.

Blutdruck-Mythos 4: Kaffee treibt den Blutdruck in die Höhe!

Tja, schwieriger Mythos. Einerseits stimmt’s, anderseits stimmt’s nicht. Trinken Sie eine Tasse Kaffee kann der Blutdruck ansteigen – allerdings hält dieser Zustand meist nur kurz an. Sollten Sie hingegen viel Kaffee trinken, bleibt der Effekt auf den Blutdruck oft komplett aus. Wenn Sie also Bluthochdruck haben, müssen Sie deswegen nicht auf das koffeinhaltige Getränk verzichten – zumindest nicht, wenn Sie es nicht übertreiben.

Blutdruck-Mythos 5: Salz ist besonders schlecht bei Bluthochdruck!

Das ist absolut richtig. Salz bindet Wasser im Körper, wodurch sich das Volumen des Blutes erhöht. Der Druck in den Gefäßen wächst und der Blutdruck steigt an. Dieser Effekt ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Wenn Sie jedoch insgesamt weniger Salz verwenden, können die Medikamente gegen Bluthochdruck besser wirken.

Blutdruck-Mythos 6: Einmal Bluthochdruck, immer Bluthochdruck!

Das stimmt so nicht. Zunächst einmal müssen dafür die beiden Formen des Bluthochdrucks voneinander unterschieden werden. Bluthochdruck kommt als primäre und sekundäre Hypertonie (lateinischer Fachbegriff für Bluthochdruck) vor. Während letztere in Folge anderer Krankheiten auftritt, liegt bei der primären Hypertonie keine spezielle Grunderkrankung vor. Dementsprechend kann der Bluthochdruck, der in Folge anderer Erkrankungen auftritt durch die Behebung der organischen Ursachen leichter wieder gesenkt werden. Doch auch im Fall einer primären Hypertonie kann der überhöhte Blutdruck mit Hilfe von blutdrucksenkenden Medikamenten, mehr Bewegung, gesunder Ernährung und weniger Stress reguliert werden.

Blutdruck-Mythos 7: Rote Bete verhilft zu einem ausgeglichenen Blutdruck!

Ja, aber nicht nur die. Neben Roter Bete helfen auch Rucola Salat, Knoblauch, Hafer oder auch Granatapfel, um den Blutdruck zu senken. Dass einige Lebensmittel einen positiven Einfluss auf den Blutdruck haben, ist also kein Mythos. Allein eine gesunde Ernährung kann den Bluthochdruck jedoch nicht dauerhaft senken, dafür sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt nach einer Lösung suchen.

Blutdruck-Mythos 8: Rauchen und Alkoholkonsum fördern Bluthochdruck!

Korrekt. Es ist wie immer bei den Konsummitteln Alkohol und Zigaretten – gut tun sie unserem Körper nicht. Trinken Sie in größeren Mengen Alkohol, erhöht dieser Ihren Blutdruck vorrübergehend, konsumieren Sie das Genussgift regelmäßig, kann sich daraus auch ein chronischer Bluthochdruck entwickeln. Auch andere Organe können dann in Mitleidenschaft gezogen werden. Gleiches Spiel mit dem blauen Dunst: Die aufgenommenen Schadstoffe zerstören die gefäßerweiternde Wirkung, greifen damit die Adern und Venen an und fördern die Verkalkung der Gefäße.

Blutdruck-Mythos 9: Häufiges Nasenbluten wird durch Bluthochdruck ausgelöst!

Nein, dieser Mythos ist nicht korrekt. Nicht von der Hand zu weisen sind Müdigkeit, Stress, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen als Anzeichen für Bluthochdruck. Nasenbluten dagegen entstehen durch Risse der Blutgefäße in unserem Riech-Organ und treten häufig bei gereizten Schleimhäuten auf. Ein Zusammenhang mit Bluthochdruck wurde mit Blick auf das Nasenbluten bisher nicht nachgewiesen.

Blutdruck-Mythos 10: Augenarzt erkennt zu hohen Blutdruck

Ja. Der Termin beim Augenarzt ist für Patienten mit Bluthochdruck ein Muss. Die Netzhaut des Auges ist die einzige Körperregion, in der Blutgefäße direkt betrachtet werden können. Sind die Gefäße der Netzhaut verengt, kann dies ein Zeichen für Bluthochdruck sein. Mit den richtigen Medikamenten kann der Blutdruck gesenkt und dadurch auch das Sehvermögen erhalten werden.

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