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Blut im Urin? Das sagt die Harn-Farbe über Ihre Gesundheit

Verfärbungen des Urins deuten
Die Farbe des Urins sagt viel über den persönlichen Gesundheitszustand aus. © picture-alliance/ dpa, Lehtikuva Tuomas Marttila

Leukozyten und Blut können den Urin verfärben

Ihr Urin hat eine merkwürdige Farbe? Keine Sorge, das muss nicht zwingend ein Zeichen für eine Krankheit sein. Viele Lebensmittel und Medikamente beeinflussen die Farbe des Harns, die normalerweise in einem Spektrum zwischen hellgelb und bernsteinfarben schwankt. Es gibt allerdings einige Urin-Alarmfarben, die Sie kennen sollten.

Urin besteht zu 95 Prozent aus Wasser, der Rest setzt sich aus Stoffwechselendprodukten wie Harnsäure, Harnstoff, Salzen, Kreatinin, Hormonen und wasserlöslichen Vitaminen zusammen. Übrigens ist Urin in der Regel steril - also keimfrei. Die typisch gelbliche Färbung entsteht durch den Gallenfarbstoff Bilirubin, ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin.

Je mehr Flüssigkeit Sie im Tagesverlauf zu sich nehmen, desto heller wird der Urin. Morgens ist der Harn oft etwas dunkler, weil wir nachts selten trinken. Sehen Sie dunklen Urin zunächst mal als ein Zeichen dafür, dass Sie mehr trinken sollten. Es sei denn, die Ausscheidung nimmt einen der folgenden Farbtöne an:

Weißlich-trüb

Höchstwahrscheinlich ist Ihr Urin mit Eiweiß durchsetzt. Normalerweise ist Urin klar, nicht trüb. Als Ursache für die Trübung kommt eine Nieren, Blasen- oder Harnwegsentzündung in Frage. Die Flöckchen im Harn entstehen übrigens durch Eiter oder weiße Blutkörperchen. Ein Arzt sollte der Sache auf den Grund gehen.

Rötlich

Die rote Färbung könnte durch Blut im Urin ausgelöst worden sein. Aber auch bestimmte Lebensmittel verfärben den Harn kurzfristig - rote Beete oder Brombeeren zum Beispiel. Oder sind Sie vielleicht gerade einen Marathon gelaufen? Denn auch nach sportlichen Extremleistungen sind schon Blutspuren im Urin entdeckt worden. In jedem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen, denn eventuell steckt eine akute Verletzung dahinter - unter Umständen sogar Nieren- oder Blasenkrebs.

Braun bis schwarz

Ihr Urin sieht aus wie Eistee? Das könnte auf eine Erkrankung der Leber hinweisen. Beobachten Sie eine Woche lang, ob der Farbton des Harns bräunlich bleibt (wichtig: im Tagesverlauf zwei bis drei Liter Wasser trinken). Falls der Urin dunkel bleibt - ab zum Arzt. Lassen Sie sich auf Hepatitis testen. Teilweise ist die dunkle Farbe des Harns aber auch nur eine Nebenwirkung von Medikamenten.

Orange

Wer beim Wasserlassen orangefarbenen Urin feststellt, sollte die Vitamintabletten absetzen oder weniger Möhren essen. Die darin enthaltenen Carotine verleihen unseren Ausscheidungen eine intensivere Farbe, sind ansonsten aber harmlos.

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