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Blondierung und Blond-Colorationen im Test: So gefährlich ist Haare aufhellen

'Öko-Test' hat Blondierung und Blond-Colorationen unter die Lupe genommen
Wer zur Blondierung oder Blond-Coloration greift, tut sich bei fast allen Produkten nichts Gutes. © Dmytro Konstantynov

Wie schlecht ist Ihre Blondierung?

Dass Blondieren und Blond färben für die Haare große Strapazen bedeutet, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Doch dass man sich das Färben auch aus anderen Gründen gut überlegen sollte, zeigt eine neue Untersuchung von ‘Öko-Test‘: Die Verbraucherzeitschrift hat 17 Blond-Colorationen und fünf Blondierungen unter die Lupe genommen - mit katastrophalem Testergebnis.

Wer von der Natur nicht mit hellen Haaren gesegnet wurde, aber trotzdem gerne blond sein möchte, kann entweder zur Blondierung (auch Aufheller genannt) oder zu Blond-Colorationen greifen. Die beiden Färbemittel arbeiten auf leicht unterschiedliche Weise: Blondierungen zerstören die natürlichen Farbpigmente des Haares mithilfe von Wasserstoffperoxid und anderen Bleichmitteln. Blond-Colorationen bleichen ebenfalls mit Wasserstoffperoxid, enthalten aber zusätzlich noch Färbechemikalien.

Jahrelang standen Haarfarben im Verdacht krebserregend zu sein. Diverse Studien auf EU-Ebene konnten diesbezüglich Entwarnung geben: Es besteht zwar kein Krebsrisiko - aber trotzdem bergen die Färbemittel ernste Gefahren. Das wollte ‘Öko-Test‘ genauer wissen und hat 22 Blondmacher nach den folgenden Kriterien getestet: Einkauf, Inhaltsstoffe und Bewertung der Substanzen auf EU-Ebene.

Das Ergebnis: Alle Blond-Colorationen sind ‘ungenügend‘

‘Öko-Test‘ selbst bezeichnet das Testergebnis als "grausam". Zu Recht, denn: Alle Blond-Colorationen enthalten höchstbedenkliche Substanzen und schneiden mit ‘ungenügend‘ ab. Die Blondierungen kommen besser weg (Testurteil ‘gut‘ für Rossmann Accent Blondierung, Schwarzkopf Perfect Mousse Schaum-Aufheller 1200 und Syoss Aufheller 10-0 Medium). Ganz ohne sind die Aufheller aber auch nicht: Sie enthalten zwar keine Färbechemikalien, aber dafür - genau wie die Colorationen - andere problematische Stoffe wie PEG-/PEG-Derivate. Diese können die Haut durchlässiger machen.

Außerdem enthalten fast alle getesteten Blond-Colorationen den aromatischen Stoff Amin 2,5-Toluylendiamin. Dieser löst extrem häufig allergische Reaktionen aus. Auch die den Colorationen häufig beigegebenen Farbcremes und Haarpflegekuren können problematische Konservierungsstoffe oder Allergie-auslösende Duftstoffe beinhalten.

Besonders erschreckend: In zwei Colorationen (Sanotint Haarfarbe 10 Hellblond und Garnier Nutrisse Creme 100 Sommerblond) ist das von der EU als Gefahrstoff ausgezeichnete aromatische Amin p-Aminophenol enthalten: Dieser kann das Erbgut verändern und dürfte laut Verordnung in Kosmetika eigentlich gar nicht mehr vorkommen. Hier nutzen die Hersteller einen Trick: Wenn die vorliegende Konzentration nach Experten-Meinung kein Risiko darstellt, darf der Gefahrstoff trotzdem ins Produkt.

(Quelle: Ökotest 07/2013)

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