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Blasensprung: Warum gibt es ihn und wie reagiere ich richtig?

Fruchtblase platzt - was nun?
Fruchtblase platzt - was nun? Kurz vor der Geburt 00:02:18
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Wie verhalte ich mich nach dem Blasensprung richtig?

Der Blasensprung gilt als Startschuss für die Geburt. Ab jetzt dauert es nicht mehr lang, bis die werdenden Eltern ihr Kind in den Armen halten können. Was Sie zum Blasensprung alles wissen müssen und was Sie tun sollten, wenn die Fruchtblase zu früh platzt, erfahren Sie hier.

Der Bauch ist kugelrund, der Bauchnabel schon lange herausgeploppt und es geht mit großen Schritten auf die Zielgerade zu. Was jetzt noch fehlt? Der Startschuss zur Geburt, auch Blasensprung genannt.

Was passiert beim Blasensprung?

Geht eine Geburt wie aus dem Lehrbuch vonstatten, dann setzt der rechtzeitige Blasensprung in der Eröffnungsphase einer Geburt bei vollständig geöffnetem Muttermund ein. Dabei platzt die Fruchtblase auf und das Fruchtwasser geht in größeren Mengen oder auch durchgehend tröpfchenweise ab.

Wenn Sie die Vermutung haben, dass es sich bei der abgehenden Flüssigkeit um Fruchtwasser und nicht um Urin oder Schleim handelt, dann lassen Sie sich von Ihrem Partner ins Krankenhaus fahren, um den eventuellen Blasensprung abzuklären. Ist die Fruchtblase nämlich einmal geplatzt, steigt die Infektionsgefahr, da sich in der warmen Flüssigkeit schnell Bakterien ausbreiten können. Deshalb leiten Ärzte spätestens 24 Stunden nach Blasensprung die Geburt ein, um so Infektionen des Kindes zu vermeiden.

Was ist die Eröffnungsphase?

Hierbei öffnet sich der Muttermund durch die einsetzenden Wehen allmählich, bis er zehn Zentimeter geweitet ist. Dabei drückt der Kopf des Babys ins Becken der Mutter, was den Drang, das Baby herauszupressen, auslöst. Die Eröffnungsphase dauert bei Erstgebärenden normalerweise etwa acht bis 14 Stunden.

Was, wenn der Blasensprung zu früh stattfindet?

Es kann passieren, dass die Fruchtblase zu früh platzt. Hier sprechen Hebammen und Ärzte vom frühzeitigen oder vom vorzeitigen Blasensprung.

Frühzeitiger Blasensprung

Die Fruchtblase platzt zu Beginn der Eröffnungsphase noch bevor der Muttermund vollständig geöffnet ist. Die Wehen sind zu dem Zeitpunkt schon eingetreten.

Vorzeitiger Blasensprung

Platzt die Fruchtblase noch bevor die Eröffnungsphase begonnen hat, spricht man von einem vorzeitigen Blasensprung. Gründe dafür, dass die Blase vorzeitig platzt sind unter anderem:

  • Mehrlingsschwangerschaften
  • aufsteigende Infektionen aus der Scheide
  • vorzeitig einsetzende Wehen
  • vorzeitige Zervixreifung

Je nachdem wie früh dieser stattfindet, kann er mitunter gefährlich für das Baby werden. So besteht zum Beispiel die Gefahr eines Nabelschnurvorfalls. Ist der Kopf des Kindes noch nicht weit genug in das Becken der Mutter gerutscht, kann die Nabelschnur vor den vorangehenden Teil des Kindes rutschen und abgeklemmt werden. Das kann einen für das Baby lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel nach sich ziehen. Um diese Gefahr bei einem vorzeitigen Blasensprung zu minimieren, sollten Sie sich

  • liegend mit einem Krankenwagen in die Klinik bringen lassen und
  • sich bis dahin ein Kissen unter den Po schieben, um zu verhindern, dass das Kind tiefer ins Becken rutscht und so möglicherweise die Nabelschnur abklemmt.

Tritt der Blasensprung nach vollendeter 36. SSW auf, leiten die Ärzte die Geburt ein, wenn die Wehen acht Stunden nach dem Fruchtwasserabgang noch auf sich warten lassen.

Bei einem Blasensprung zwischen der 24. und 32. SSW versuchen die meisten Ärzte so lange wie möglich abzuwarten, damit die Lunge des Kindes noch vollständig reift. Dabei wird der Zustand des Kindes regelmäßig mit Ultraschall und CTG kontrolliert. Damit keine Infektionen entstehen, wird der Mutter ein Antibiotikum verabreicht.

Platzt die Blase vor der 24. SSW, ist die Lunge des Babys noch sehr unterentwickelt und die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt ist hoch.

Hat jede schwangere Frau einen Blasensprung?

Nein, nicht jede Frau hat einen natürlichen Blasensprung. Manchmal müssen Ärzte oder Hebammen auch nachhelfen. Gründe dafür können sein:

  • Geburt geht nicht voran
  • Fruchtblase ist stark gewölbt, sodass der Pressdrang zu früh einsetzt

Um die Blase zu ‚sprengen‘, wie es im Fachjargon heißt, wird ein Fingerhandschuh mit kleinem Häkchen vorne verwendet. Der Piks in die Fruchtblase tut nicht weh, allerdings setzen danach die Wehen verstärkt ein.

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