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Blase gelaufen? Hände weg von Wundsalbe!

Blasen müssen nicht sein

Ob Trekking-Tour, Joggen im Park oder ein ausgedehnter Spaziergang in neuen Schuhe: Nicht selten enden all diese Aktivitäten mit unschönen und schmerzhaften Blasen an den Füßen. Vor allem dann, wenn die Schuhe im Frühjahr zum ersten Mal ohne Socken getragen werden. Was hilft dagegen? Und wie lassen sich Blasen von vornherein vermeiden?

Blase gelaufen? Hände weg von Wundsalbe!
Wer ein paar Tipps beachtet, braucht sich nicht über fiese Blasen ärgern. © Fotolia Deutschland

Blasen bilden sich, wenn die Schuhe zu eng oder auch zu groß sind und auf der Haut reiben. Dadurch löst sich die Haut an den Druckstellen. Um das darunterliegende Gewebe zu schützen, reagiert der Körper mit der Bildung einer Blase. Sie fungiert sozusagen als Puffer.

Ist die Blase erst da, sollte sie nach Möglichkeit nicht aufgestochen werden. Ansonsten können Keime in die Wunde gelangen und sich der Fuß entzünden. Die neue Haut wächst nämlich unter der Blase, sodass diese von allein heilt. Falls die Blase schon offen ist, sollte die darüber liegende Haut nicht abgezogen werden.

Neue Schuhe unbedingt einlaufen

Gelpflaster helfen dabei, eine weitere Reibung und damit auch Reizung der verletzten Haut zu vermeiden. Sie polstern nicht nur, sondern halten die Wunde auch feucht. Das beschleunigt die Heilung. Das Gelpflaster hält meist ein paar Tage und übersteht auch das Duschen. Es sollte erst dann gewechselt werden, wenn es sich von selbst löst. Wer es bereits nach ein oder zwei Tagen abreißt, stört nur unnötig die Wundheilung.

Lassen Sie auf alle Fälle die Finger von Wund- oder Heilsalben. Unter der Fettschicht fühlen sich Bakterien sehr wohl und können sich bestens vermehren. Folglich kann es zu Entzündungen kommen.

Ein altes Hausmittel, dessen Wirkung aber nicht wissenschaftlich erwiesen ist: Eine Rosine auf die offene Blase legen und dann das Pflaster drauf kleben. Angeblich wirkt der Schwefel der Rosine desinfizierend. Und: Das Rosinenpolster entlastet den Fuß.

Wenn die Blase sehr groß ist, schmerzt oder pocht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch, wenn die Blase mit Blut gefüllt ist oder Flüssigkeit austritt. In dem Fall kann das Aufstechen der Blase mit einer sterilen Nadel für Entlastung sorgen. Allerdings muss die Wunde im Anschluss desinfiziert werden, um einer Entzündung vorzubeugen. Das gilt auch und vor allem bei Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes, bei denen Wunden grundsätzlich langsamer verheilen.

Wenn Sie keine Lust auf Blasen haben, können Sie mit folgenden Tricks vorbeugen: Tragen Sie vor dem Tragen neuer Schuhe oder einer ausgedehnten Wanderung Blasen-Gel auf die Füße auf. Und auch wenn es für viele unvorstellbar klingt: Ziehen Sie bei einer Wanderung noch einmal die Socken vom Vortag an. Diese sitzen dann perfekt. Sie müssen aber atmungsaktiv sein. Sind die Füße feucht, erhöht das die Reibung im Schuh und damit die Blasenbildung. Die Socken dürfen auch nicht zu groß sein, da sie sonst Falten bilden.

Neue Schuhe sollten Sie generell immer mit dicken Socken anprobieren. Das auch, weil die Füße abends in der Regel etwas größer und dicker sind als morgens. Wenn Sie schon beim Anprobieren Druckstellen spüren, sollten Sie lieber zu einem anderen Paar greifen. Wenn Sie eine längere Tour mit neuen Schuhen planen, sollten Sie diese zuvor ein wenig einlaufen. Sie können Lederschuhe beispielsweise auch ein wenig weiten, indem Sie sie mit Zeitungspapier ausstopfen oder einen Schuhspanner verwenden. Helfen kann es auch, wenn Sie den Schuh mit den Händen weichkneten.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, sollte auch mehrtägigen Wandertouren nichts im Wege stehen.

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