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Birgit Schrowange: 'Es darf gern ein bisschen mehr sein!'

"Das Leben ist kein Wunschkonzert"

Birgit Schrowange ist eine Frau im besten Alter, allein erziehende Mutter eines Sohnes, Genießerin und mittlerweile seit 30 Jahren erfolgreich im Showgeschäft. Grund genug also, auf 232 Seiten zu erzählen, was sie vom Leben und über das Frausein gelernt hat und wie man das erreicht, wovon man träumt. Im Interview steht sie uns Rede und Antwort und wir haben mal ein Auge auf die Biografie 'Es darf gern ein bisschen mehr sein!' geworfen.

Foto: RTL/ Stephan Pick
In "Es darf gern ein bisschen mehr sein" blickt TV-Moderatorin Birgit Schrowange auf 30 Jahre Karriere zurück. © RTL/ Stephan Pick

Seit nun knapp 20 Jahren ist Birgit Schrowange das Gesicht des RTL-Magazins 'EXTRA' und als solches aus der Fernsehwelt kaum wegzudenken. Alles begann, als die gelernte Rechtsanwalts- und Notargehilfin 1978 zum WDR ging. Mit der Zeit mausert sich die Redaktionsassistentin zur Programmansagerin und Moderatorin - doch nicht ganz ohne Gegenwind. Immer wieder lassen Familie und Kollegen sie in klischeehaften Bemerkungen à la "Das Leben ist kein Wunschkonzert" wissen, dass vor der Kamera kein Platz für die junge Frau aus dem Sauerland ist.

Doch Hartnäckigkeit zahlt sich aus - und so zeigt die emanzipierte Frau Missgönnern und Neidern die kalte Schulter und geht ihren Weg. Heute will Birgit Schrowange die Erfahrungen, die sie stark gemacht hat, mit anderen teilen. Deshalb richtet sich ihr Buch vor allem an Frauen, die sich nicht damit zufrieden geben sollen, dass ihnen Menschen ihren Platz im Leben zuweisen wollen. Wie der Titel 'Es darf gern ein bisschen mehr sein!' schon erahnen lässt, geht es darum, sich durchaus mal zu nehmen, worauf man Lust hat und seine Träume zu verfolgen. Ihrer Tochter würde die heute 56-Jährige mit auf den Weg geben: "Mädchen, verdiene immer dein eigenes Geld und bewahre dir deine Selbstständigkeit."

Es geht aber auch um Gelassenheit und darum, das Leben zu genießen. Ehrlich und erfahren berichtet Birgit Schrowange davon, was sie das Leben gelehrt hat und was sie heute mit diesem Wissen anfangen kann. Eine Frau Mitte 50, so erklärt die Moderatorin, muss nicht mehr auf jeder Hochzeit tanzen und darf durchaus einen Bauch haben, auf den sie hören kann.

"Ich will eine coole Alte werden"

Dass das mit der Gelassenheit gar nicht immer so einfach ist, zeigt sie in Kapiteln wie "Rosen ja, Krieg nein", in denen sie sich mit der Trennung vom elf Jahre jüngeren Moderator Markus Lanz beschäftigt oder der Auseinandersetzung mit ihrem Alter. Nur allzu oft glaubten damals die Medien und ihr Umfeld, Grund für die Trennung sei der Altersunterschied gewesen - bis Birgit Schrowange schließlich resignierte: "...egal, was ich erwiderte, für die anderen klang es immer falsch."

Weil aber gerade das Altern im Licht der Kameras nicht immer leicht ist, widmet sich die 56-Jährige in ihrem Buch auch dem Thema Schönheit. Heute denkt die gebürtige Sauerländerin: "Der liebe Gott hat unterschiedliche Menschentypen geschaffen. Große, kleine, stämmige, zierliche - und jeder für sich ist richtig." Doch Birgit Schrowange gibt auch zu, dass sie selbst erst älter werden und mit Dauerwellen experimentieren musste, bis sie zu dieser Einsicht gelangte.

Für viele der modischen Experimente aus 30 Jahren Karriere gibt es Beweisbilder, die Birgit Schrowange im Buch mit ihren Leserinnen teilt und über die sie heute herzlich lachen kann. Ihr Geheimnis, auch heute noch schön zu sein, bringt die 56-Jährige knapp auf den Punkt: "Viel Schlaf, wenig Sonne und frische Sachen essen."

"Ich will eine coole Alte werden", sagt Birgit Schrowange in ihrem Buch über sich selbst. Wir finden, wer mit einem großen Stück Pflaumenkuchen in zerissenen Jeans das Leben genießt und über Karriereanfänge in goldenen Rüschenkleidern lachen kann, der ist auf dem besten Weg dorthin.

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