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Biofeedback-Therapie gegen Essstörungen soll Betroffenen helfen

Biofeedback-Therapie soll Menschen mit Essstörungen helfen

Für die meisten Menschen ist Essen mit Genuss verbunden. Nicht so für Menschen, die an Magersucht oder Bulimie leiden – für sie bedeutet die Nahrungsaufnahme puren Stress. Die Gruppe der Essgestörten in Deutschland wird immer größer. Schätzungen zufolge ist jeder fünfte Jugendliche gefährdet, daran zu erkranken. Essstörungen wie Magersucht und Bulimie gehören jetzt schon zu den häufigsten chronischen Krankheiten im Kindes- und Jugendalter. Eine neue Therapie mit dem Namen „Biofeedback“ könnte Betroffenen dabei helfen, wieder normal essen zu lernen.

Eine magersüchtige Frau misst ihren Bauchumfang
Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland ist von Magersucht oder Bulimie gefährdet © picture-alliance / beyond/Vladim, beyond/Vladimir Godnik

Auf dem Weidenhof, einem Therapiezentrum in Österreich, werden Frauen mit Hilfe der neuen Therapie behandelt. Für Denise, eine der Patientinnen, bedeutet Essen normalerweise viel Stress: „Beim Essen kriege ich einen schnelleren Herzschlag“. Bei der Therapie geht es darum, Kranke in einer möglichst entspannten Atmosphäre „aufzufüttern“, sie also an eine normale Nahrungsaufnahme zu gewöhnen.

Therapie: Blind essen, Puls messen

Dazu werden den Magersüchtigen beim Essen schon mal die Augen verbunden – so wissen die Kranken nicht, wie viel Essen tatsächlich vor ihnen steht. Überhaupt sollen die Menschen in Behandlung Lebensmittel neu kennen lernen. Vor dem Essen ist es wichtig, die Speisen zu riechen. So kriegt man – im optimalen Fall – aufgrund der angenehmen Gerüche einen größeren Appetit.

Den Patienten auf dem Weidenhof wird beim Essen der Puls gemessen. Durch das Feedback des eigenen Körpers, also das namensgebende Biofeedback, können die Magersüchtigen genau nachvollziehen, ob sie Fortschritte machen. Tatsächlich sind die Ausschläge beim Blind-Essen kleiner als die vom Essen mit offenen Augen – die Therapie führt den Betroffenen vor Augen, dass die Sucht im Kopf beginnt. Und genau dort soll sie mit der Biofeedback-Therapie auch bekämpft werden.

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