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Binge-Eating-Störung: Eine seltene Essstörung

Junge Frau sitzt nachts vor dem Kühlschrank - Essstörung Binge-Eating-Syndrom
Bei der Binge-Eating-Störung gerät das Essverhalten oft völlig außer Kontrolle © Getty Images/iStockphoto, Csondy

Binge-Eating-Störung: Essen ohne Ende

Die Binge-Eating-Störung ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Dennoch leiden viele Menschen an dieser Essstörung. Der Begriff 'Binge' kommt aus dem Englischen und bedeutet 'Gelage'. Binge Eating beschreibt somit eine Essattacke – übermäßiges, exzessives Essen. Dabei werden viele kalorienreiche fettige und zuckerhaltige Lebensmittel auffallend schnell regelrecht verschlungen. 

An diesen Anzeichen erkennen Sie eine Binge-Eating-Störung

Zu den charakteristischen Anzeichen dieser Essstörung gehören die Essanfälle. Im Gegensatz zur Bulimie – der sogenannten Ess-Brech-Sucht – erbrechen die Betroffenen nach dem Essanfall nicht. Sie nehmen auch keine Abführmittel, um das Gewicht zu reduzieren beziehungsweise zu halten. Um die vielen Kalorien, die während eines Anfalls gegessen werden, wieder zu verbrennen, werden oft extreme Diäten gemacht oder sehr viel Sport getrieben. Nicht selten sind die Betroffenen aufgrund der sehr hohen Energiezufuhr übergewichtig.

Weitere häufige Hinweise auf eine Binge-Eating-Störung sind: 

  • Regelmäßigkeit in der Ernährung fehlt
  • Hunger und Sättigung werden gestört wahrgenommen
  • geringe körperliche Aktivität
  • Gefühle wir Freude, Traurigkeit oder Ärger werden verdrängt
  • häufige Diäten, die oft wieder abgebrochen werden
  • starke Schuld- und Schamgefühle nach einem Essanfall

Mögliche Folgen einer Binge-Eating-Störung

Da bei den Essanfällen extrem hohe Kalorienmengen zugeführt werden, ist starkes Übergewicht eine wahrscheinliche Folge. Und das kann das Risiko für viele Erkrankungen erhöhen. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Bluthochdruck. Auch der Blutzuckerspiegel kann aus dem Gleichgewicht kommen, was Diabetes mellitus als Folge haben kann. Schlaf- und Atemstörungen sowie Schäden an Bandscheiben, Hüft- und Kniegelenken sind ebenfalls als Folge von starkem Übergewicht möglich.

Doch nicht nur der Körper, auch die Seele leidet unter dieser Essstörung. Daraus resultieren nicht selten depressive Verstimmungen und soziale Phobien. Auch Antriebslosigkeit, Hilfslosigkeit können die Folge sein. Scham, Ekel und Hass auf sich selbst können nach Essattacken aufkommen, was wiederum zu Depressionen führen kann.

Der Weg aus der Binge-Eating-Störung

Familie mit Kinder isst gemeinsam am Tisch
Mit Freunden und Familie an einem Tisch zusammen zu essen kann Betroffenen beim Kampf gegen die Binge-Eating-Störung helfen. © Kzenon - Fotolia

Der erste und wichtigste, aber oft auch der schwerste Schritt aus einer Essstörung ist, sich selbst einzugestehen, dass man krank ist und professionelle Hilfe benötigt. Ist dieser Schritt getan, sollten Betroffene eine Beratungsstelle aufsuchen und die Hilfe der Mediziner und Therapeuten akzeptieren.

Im nächsten Schritt geht es darum, dass Essverhalten zu ändern. Dazu gehört dann neben regelmäßigen Mahlzeiten auch zu lernen, langsam und genussvoll zu essen und sich auf das Essen zu konzentrieren.

Zusätzlich ist es wichtig zu lernen, den Stress abzubauen. Sei es durch Entspannungs- oder Atemtechniken. Hilfreich kann es auch sein, sozialen Anschluss – gerade beim Essen – zu suchen. Denn oft isst man in Gemeinschaft weniger als alleine und unter Stress. 

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