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Billige Touristen-Fähren: Sicherheits-Mängel bei 'Air Asia' könnten Leben kosten

Billige Touristen-Fährten im Test
Billige Touristen-Fährten schockieren im Test

Test zeigt: Touristen-Fähren nach Koh Samui zum Teil lebensgefährlich

Die größte Billig-Airline Asiens 'Air Asia' bietet seit einiger Zeit besonders günstige Flüge zu thailändischen Urlaubs-Inseln an. Im Gegensatz zu anderen Airlines nutzt 'Air Asia' allerdings nicht die teuren Insel-Flughäfen, sondern in den meisten Fällen Lowcost Airports auf dem Festland in Hafen-Nähe. Der Weitertransport wird mit Bus und Fähre organisiert und ist im Flugpreis inbegriffen. Pro Tag werden so bis zu 8 Flüge als 'Fly & Ferry' nach Koh Samui angeboten. Gerade bei deutschen Urlaubern ist diese kostengünstige Form der kombinierten Anreise sehr beliebt. Dass sich der Tourist jedoch auf diesem letzten Stück der Anreise per Fähre in besondere Gefahr begibt, ahnt er nicht.

Nach Recherchen von RTL-'Explosiv' setzt 'Air Asia' verkehrsuntüchtige Fähren ein. Wie eine von RTL in Auftrag gegebene Untersuchung durch ausgewiesene Experten jetzt zeigt, sollten diese Fähren sofort aus dem Verkehr gezogen werden, da eine Überfahrt lebensgefährlich werden kann. Bei zwei der von 'Air Asia' eingesetzten Fähren waren, die Bug-Tore während der Fahrt nicht verriegelt gewesen. Die Folge: Wasser drang unkontrolliert auf das Auto Deck ein und hätte bei starkem Seegang die Fähre zum Untergang bringen können. Sicherheits-Experte Michael Nördershäuser von NP-Marine, rät dringend davon ab diese Fähren zu nutzen denn: "Wenn die Luke sich dann irgendwann selbständig öffnet weil sie keiner verriegelt und weil sie eben in einem katastrophalen-Zustand ist, dann geht diese Fähre in wenigen Minuten unter und wird auch viele Passagier mit sich in den Tod reißen."

Zudem sind die Brandschutzeinrichtungen veraltet, Feuerlöscher kaum vorhanden und die Notausgänge zum Teil nicht benutzbar und auch nicht manuell zu öffnen, was im Fall einer Havarie jedoch Leben retten kann. Außerdem gibt es an Bord der Fähren, die für immerhin bis zu 400 Personen ausgelegt sind, nicht einmal ein einziges Rettungsboot. Lediglich defekte Styropor-Flöße sind vorhanden. Da hier allerdings die Böden herausgebrochen sind, ist eine Verwendung der Rettungsmittel, laut des Experten, unmöglich.

In Thailand kommt es immer wieder zu schweren Fähr-Unglücken teilweise mit Todesfolge. Inzwischen haben einige Betreiber reagiert und ihre Fähr-Flotten sicherer gemacht. Die von 'Air Asia' genutzten Fähren entsprechen allerdings nicht den internationalen Mindeststandards für die Personenschifffahrt und sollten daher unbedingt gemieden werden.

Die komplette Reportage über den 'Fly & Ferry' Service und die Reaktion der Fluggesellschaft zu unseren Recherchen ist am Samstag, den 28.02., um 19:05 Uhr bei RTL Explosiv Weekend zu sehen.

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