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Bildungspaket: So beantragen Sie den Zuschuss für die Bildung und Freizeit Ihrer Kinder

So kommen Sie für Ihre Kinder an Fördergelder
So kommen Sie für Ihre Kinder an Fördergelder Kinderarmut in Deutschland 00:02:15
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Das Bildungspaket soll allen Kinder die gleichen Möglichkeiten bieten

Seit Februar 2011 haben Eltern die Möglichkeit, vom Staat eine zusätzliche finanzielle Förderung für ihre Kinder zu beantragen. Ein Recht auf diese Unterstützung, die von der Bundesregierung als Bildungspaket bezeichnet wird, haben alle Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre, deren Eltern Arbeitslosengeld, Sozialgeld oder Sozialhilfe, Wohngeld oder Asylunterstützung bekommen. Genauso steht das zusätzliche Geld für Bildung, Freizeit und Co. aber auch Kindern zu, deren Eltern sonst keine Sozialleistung beziehen.

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Bildungspaket: So beantragen Sie den Zuschuss für die Bildung und Freizeit Ihrer Kinder
© dpa, Marcel Kusch

Die Idee des Bildungspakets ist schnell erklärt: Es geht darum, auch finanziell schwachen Kindern notwendige Bildungs- und Weiterentwicklungsangebote zu ermöglichen. Mit dem Bildungspaket will die Regierung verhindern, dass das Einkommen der Eltern die Ausbildungschancen der Kinder beeinflusst oder gar beeinträchtigt.

Konkret sieht das so aus: Bedürftige Kinder sollen in der Freizeit nicht ausgeschlossen sein, sondern bei Sport, Spiel oder Kultur mitmachen. Deswegen wird zum Beispiel der Beitrag für den Sportverein oder für die Musikschule in Höhe von monatlich bis zu 10 Euro übernommen.

Auch für die Schulzeit gibt es finanzielle Unterstützung. Damit bedürftige Kinder nämlich mit den nötigen Lernmaterialien ausgestattet sind, wird den Kindern zweimal jährlich ein Zuschuss gezahlt. Zu Beginn des Schuljahres im August gibt es 70 Euro und im Februar 30 Euro – insgesamt 100 Euro. Zudem werden die Kosten eintägiger Ausflüge in Schulen und Kitas finanziert. Mehrtägige Klassenfahrten werden wie bisher erstattet.

Bedürftige Schülerinnen und Schüler können im Rahmen des Bildungspakets Lernförderung in Anspruch nehmen, wenn nur dadurch das Lernziel - in der Regel die Versetzung in die nächste Klasse - erreicht werden kann. Darunter fallen Förderunterricht und Nachhilfe.

Außerdem gibt es einen Zuschuss fürs gemeinsame Mittagessen, sofern Kita, Schule oder Hort ein kostenpflichtiges Angebot bereithalten. Was über den Betrag von einem Euro pro Tag und Essen hinausgeht, übernimmt dann das Amt. Zu guter Letzt haben Eltern die Möglichkeit, Beförderungskosten für den Schulweg ihres Kindes geltend zu machen - wenn diese nicht anderweitig übernommen werden.

Wo Sie das Bildungspaket beantragen können

Aber wie kommen Eltern an das Bildungspaket für den eigenen Nachwuchs? Wer Hartz IV oder Sozialgeld bekommt, der wendet sich für Leistungen aus dem Bildungspaket in der Regel an das Jobcenter. Dazu muss ein Elternteil in eines der zahlreichen Jobcenter gehen und vor Ort einen entsprechenden Antrag stellen. Dort wird es von den Kreisen und kreisfreien Städten umgesetzt. Das Verfahren der Beantragung kann sich allerdings von Ort zu Ort unterscheiden. Auch bei Fragen der Regelleistung (Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld) bleibt das Jobcenter Ansprechpartner.

Für Familien, die Sozialhilfe, Wohngeld, den Kinderzuschlag erhalten oder anderweitig leistungsberechtigt sind, ist das Jobcenter nicht zuständig. Die Kreise oder kreisfreien Städte (erreichbar zum Beispiel im Rathaus, im Bürgeramt oder in der Kreisverwaltung) nennen diesen Familien den richtigen Ansprechpartner. Von Familien, die Wohngeld oder den Kinderzuschlag beziehen, nimmt die Familienkasse die Anträge entgegen.

Die finanzielle Unterstützung aus dem Bildungspaket können Eltern sich sowohl rückwirkend bis zum Jahresanfang, als auch für die Zukunft erstatten lassen. Rückwirkend wird allerdings nur gezahlt, wenn Sie entsprechenden Belege einreichen können, dass die Beantragung des Bildungspakets unverschuldet nicht rechtzeitig erfolgen konnte (zum Beispiel bei kurzfristig angesetzten Schulausflügen). Der Teilhabebetrag von bis zu zehn Euro monatlich kann im gesamten Bewilligungszeitraum, auch rückwirkend ab dessen Beginn, angespart werden (zum Beispiel für Mitgliedsbeiträge im Sportverein). In der Regel sollten sich Eltern für ihren Antrag nicht zu lange Zeit lassen und ihn fristgerecht stellen.