Beziehung retten: Wie weit sollte man im Kampf um den Partner gehen?

Beziehung retten: Wie weit sollte man im Kampf um den Partner gehen?
Kampf um die Beziehung © Willi Weber

Jenny Elvers-Elbertzhagen: Lohnt sich der Kampf um die Ehe?

Als Jenny Elvers-Elbertzhagen sich vor wenigen Wochen zu ihrer Alkoholsucht öffentlich bekannte, lobte die Öffentlichkeit ihren Mut, das publik zu machen. Ihre Ehe mit Goetz Elbertzhagen scheint unter der Last der Sucht nun aber gescheitert zu sein. Wieder geht Jenny in die Offensive und bittet ihren Mann, zurückzukehren. Sie will für ihre Ehe kämpfen. Doch ist dieser Kampf nicht schon längst verloren?

Von Sabine Möller

Hollywood macht’s vor: Nach turbulenten Zeiten und dramatischen Situationen fleht einer der Liebenden den anderen um Vergebung. Reumütig kriecht er zu Kreuze. Der andere, ganz verständnisvoll, hadert nicht lange mit seinen Gefühlen und vergibt dem Flehenden seine Taten. Dann wird geknutscht und alle sind glücklich. Klar, solche Romantikfetzen zeigen uns doch, dass es sich lohnt, für die Liebe zu kämpfen.

Mich beschleicht allerdings das Gefühl, dass die Episode um Jenny Elvers-Elbertzhagen keine Romantikkomödie, sondern vielmehr eine Tragödie werden wird. Denn jetzt erreicht der Seelenstriptease eine neue Dimension. Jenny will ihren Mann zurückerobern und glaubt, das zu schaffen. Mit diesem Glauben ist sie aber nicht allein. Wie oft schon habe ich in Magazinen oder Internetforen über Frauen gelesen, die ihre Liebe retten wollen. Da werden Pläne geschmiedet noch und nöcher: Doch bringen diese Rettungsversuche wirklich etwas oder macht man sich dadurch nur lächerlich?

Sie fleht ihn an zurückzukehren

Ich für meinen Teil glaube, dass solche Aktionen wirklich nichts bringen. Wenn die Beziehung durch eine Krankheit oder eine Verfehlung solche tiefe Risse erhalten hat, sind die schwer zu kitten. Im Fall Elvers-Elbertzhagen ist die Beziehung so schlimm ins Wanken geraten, dass es vielelicht einfach zu spät ist. Das gegenseitige Vertrauen liegt am Boden – jegliche Reanimationsversuche scheitern. Jeder Versuch ist quasi nur noch reine Zeitverschwendung - und nagt am Selbstwertgefühl.

Denn seien wir mal ehrlich: Geht es uns besser, wenn wir flehen und bitten? Nein, natürlich nicht. Wir driften immer mehr ab in ein Gedankenkarussell, in dem wir glauben, es beim nächsten Mal ganz sicher zu schaffen. Dabei merken wir gar nicht, wie sehr wir uns und den Kern des Problems aus den Augen verlieren.

Aber wir sollten nicht so streng sein und über die mutigen Aktionen von Jenny Elvers-Elbertzhagen und anderen Frauen zu urteilen. Wir alle wissen, wie wichtig es ist, in schweren Zeiten einen Menschen an seiner Seite zu haben, der einen auffängt. Wenn die See so rau ist, dass wir froh sind, einen Fels in der Brandung zu haben. Wer überlegt da noch, ob es dem Ego gut tut, wenn man auf Knien bittet? Wer wie Jenny durch die Suchterkrankung schon sein Selbstwertgefühl verloren hat, kann eigentlich nicht mehr verlieren.

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