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Beziehung beenden: Wann es Zeit wird, sich zu trennen

Lieber alleine und frei
Unglückliche Beziehung beenden

Nicht immer macht Kämpfen Sinn

Es gibt tausende Beziehungsratgeber, Tipps und Tricks, wie man einen Mann um den Verstand bringt. Es gibt Millionen von Anleitungen, wie man eine Liebe weiter am Leben hält und genauso viele Theorien, warum er ist wie er ist. Unter diesen zahlreichen Ratschlägen fehlt allerdings der Wichtigste: Beendet die Beziehung, wenn sie euch zerstört!

Von Jessica Sobetzko

Viele Frauen sagen nach einer gescheiterten Beziehung, dass eine Trennung längst überfällig gewesen wäre. Vor Wochen, Monaten, ja sogar Jahren hätten sie sich trennen sollen. Denn nach dem Aus fühlen Sie sich freier, leichter und besser als jemals zuvor. Bei manchen Beziehungen ist das Haltbarkeitsdatum schon längst abgelaufen. Aber sie bleiben trotzdem und kreieren so eine Basis für ein katastrophales Weiterleben.

Warum fällt es vielen Frauen so schwer, sich aus der klammernden Umarmung einer Beziehung zu lösen? Suchen wir nicht alle in einem Partner nach Erfüllung, der wahren Liebe und Wertschätzung? Warum dann bleiben, wenn es so viel weniger ist, als wir jemals wollten? Viele Frauen haben schlichtweg Angst vor dem Alleinsein. Sie haben so große Angst davor, dass sie es lieber ertragen, sich ständig zu streiten, sich schlecht behandeln oder kontrollieren zu lassen. Bleibt man trotzdem, werden die Grenzen immer weiter gesteckt, bis es fast schon absurd wird. Respekt weicht Respektlosigkeit, Wertschätzung wird zur Selbstverständlichkeit und 'NoGo’s' werden zu 'So-schlimm-ist-es-nicht‘. Dabei hat das Alleinsein schöne Seiten. Man genießt die Freiheit, die Entscheidungen zu treffen, die nur darauf basieren, was man selber möchte.

Ist man mit dem falschen Partner zusammen, ist man nicht frei für den Richtigen. Vielleicht begegnet er uns jeden Tag. Man sieht ihn nur nicht, vor lauter Nebel, vor all den Streitigkeiten und Problemen, die einen tagtäglich bedrücken. Vor lauter Gefangensein in einer unglücklichen Beziehung, literweise schwere Tränen in sich tragend und sich wie halbtote Zombies durch das Leben schleifend. Das Einzige, was einen am Leben hält, sind die Erinnerungen an eine schöne Anfangszeit und die Hoffnung auf Besserung.

Eine Frau braucht keinen Mann, um sich sexy, sinnlich und wertvoll zu fühlen

Hoffnung, die längst sterben sollte. Manche Männer bleiben manipulative, blutsaugende Vampire. Schon zu Beginn binden sie die Frau kategorisch an sich und beugen vor, indem sie sie schon da gezielt daran hindern, irgendwann zu gehen. Stück für Stück, Faser für Faser zerstören sie das Selbstbewusstsein der Frau. Dies geschieht zunächst durch versteckte Kritik. Sie wächst mit der Zeit dann zunehmend. Das Kritisieren wird immer schärfer, beißender, eingreifender und intensiver, bis die Frau sich schließlich selbst in Frage stellt: "Bin ich vielleicht wirklich so?" Der Mann hat sein Ziel erreicht und saugt ihr mehr und mehr Kraft und Selbstbewusstsein aus, bis sie sich schließlich keinen anderen Mann mehr an ihrer Seite vorstellen kann. Sie bleibt bei ihm, obwohl sie so viel mehr verdient.

Dabei kann man durch eine Trennung so viel über sich selbst lernen. Über seine Wünsche, Ziele und die eigene Lebendigkeit. Man bekommt eine intensive und erfüllende Vorstellung von den Dingen, die einem wirklich wichtig sind. Die Frage 'Was will ich?' klar beantworten können, ohne nur aufzuzählen, was man nicht will. Eine Trennung ist ein Beginn von dem besseren Selbst. Man erkennt wie liebenswert und wundervoll die eigene Persönlichkeit ist und was man alles zu geben hat.

Eine Frau braucht keinen Mann, um sich weich, sexy, sinnlich und wertvoll zu fühlen. Starke und unabhängige Frauen brauchen die Liebe nicht, sie wollen sie. Eine Trennung ist niemals leicht, aber manchmal muss man realisieren und sich befreien, wieder leben, sich selbst wieder fühlen und lieben lernen. Denn Frauen sollten so behandelt werden, wie sie es verdienen. Und gibt es keinen Grund mehr zu bleiben, spricht auch nichts dagegen, einfach zu gehen.

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