Beuteschema: Warum wir bestimmte Menschen attraktiv finden

Wie ähnlich solltest du deinem Partner sein?
Wie ähnlich solltest du deinem Partner sein? Harmonische Beziehungen 00:01:07
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Mit einem Beuteschema zu immer wieder ähnlichen Partnern

Ob groß, schlank und blond oder klein, kurvig und dunkelhaarig: Sowohl Männer als auch Frauen haben bei der Partnerwahl für gewöhnlich ein festes Beuteschema. Woher aber kommt es, dass wir uns zu einem bestimmten Typ Mensch hingezogen fühlen?

Das Beuteschema entsteht bereits in der Kindheit

Happy young couple lying head to head on a wooden floor
Happy young couple lying on a wooden floor © Getty Images/iStockphoto, AND-ONE

Wen wir später einmal attraktiv finden, entscheidet sich bereits in der Kindheit. Studien zeigen, dass sich unser Beuteschema nämlich anhand von frühkindlichen Erfahrungen entwickelt – und zwar vor allem in Bezug auf die Eltern. Je nachdem, ob diese Erfahrungen positiv oder negativ ausfallen, suchen wir uns entsprechend einen Partner, der unserem gegengeschlechtlichen Elternteil entweder sehr ähnelt oder das komplette Gegenteil verkörpert.

Ein Beispiel: Hat ein Mädchen ein besonders gutes Verhältnis zu ihrem Vater, gefallen ihr in späteren Jahren vermehrt Männer, die dem Vater ähneln. Doch auch hier gibt es Grenzen. Eine zu große Ähnlichkeit lässt das sogenannte Inzesttabu, das tief in uns verankert ist, nicht zu. Sonst würde das zur Folge haben, dass wir uns auch zu unserem Elternteil erotisch hingezogen fühlen.

Mit dem Beuteschema zur Liebe auf den ersten Blick?

Wir entscheiden in Bruchteilen von Sekunden, ob jemand in unser Beuteschema passt oder nicht. Dabei ist es unabhängig, ob Frau oder Mann unterbewusst das Suchmuster anwendet.

Heißt das nun aber, dass uns das Beuteschema umgehend zur Liebe auf den ersten Blick verhilft? Dem ist leider nicht so. Vielmehr prüfen wir mit ihm, ob wir jemanden erotisch begehrenswert finden oder nicht. Damit sich aus einem unschuldigen Flirt große Gefühle wie Liebe entwickeln können, braucht es doch etwas mehr Zeit und Geduld.

Ein Beuteschema schränkt ein

Folgen wir einem bestimmten, unterbewussten Suchmuster, dem unser Traummann entsprechen soll, schränken wir uns jedoch auch stark ein. Und das ist uns oftmals gar nicht wirklich bewusst. Natürlich denken die wenigsten bei der Partnerwahl aktiv darüber nach, ob das Gegenüber in ihr Beuteschema passt und damit der Mutter oder dem Vater ähnlich beziehungsweise unähnlich ist.

Das alles läuft als stilles Programm im Hintergrund ab. Wenn die beide Partner dann nach ein paar Dates merken, dass sie sich auch charakterlich ähneln, kann das zu dem wunderschönen Ergebnis führen, dass aus einem anfänglichen Beuteschema mit der Zeit echte Liebe entsteht.

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