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Bettwanzen erkennen und loswerden

Bettwanzen: So können Sie sie erkennen - und wieder loswerden
Bettwanzen erkennen und loswerden

Bettwanzen: So schützen Sie sich und werden sie wieder los

Bettwanzen fielen bisher vorwiegend in den Vereinigten Staaten als ungebetene Gäste unter der Bettdecke auf. Dort haben sich die Viecher auffällig verbreitet und zeigen sich - durch den steigenden Reiseverkehr - auch bei uns in Deutschland.

Die Bettwanze, die auch Hauswanze genannt wird, ist eine Wanze aus der Familie der Plattwanzen. Sie ist darauf spezialisiert, in den Schlafplätzen vor allem von Menschen zu leben und sich von deren Blut zu ernähren. Aber auch Haustiere, Fledermäuse und Vögel gehören zu ihren Opfern. Bettwanzen gelten als klassische Parasiten und sind nüchtern nur vier bis fünf Millimeter, im gesättigten Zustand neun Millimeter groß.

Grund für die wachsende Zahl der Bettwanzen in Übersee ist, dass die herkömmlichen Insektizide den Insekten nichts mehr anhaben können. Ihre Resistenz hat deutlich zugenommen, mittlerweise vertragen die Wanzen nach einem Bericht der Zeitschrift 'Geo' die 264-fache Dosis an Gift, die sie vor ein paar Jahren noch getötet hat. Die steigende Immunität gegenüber den Insektenbekämpfungsmitteln ist auf den exzessiven Gebrauch der Mittel zurückzuführen. In Teilen New Yorks sollen die häufig verwendeten Pyrethroid-Insektizide inzwischen fast wirkungslos sein.

In Deutschland sind noch keine Resistenzen bei Bettwanzen bekannt. Dennoch steigt auch hier die Zahl der Insekten. Selbst nach neun Monaten ohne Nahrung leben einige Wanzen noch und vermehren sich. Um als Reisender sicher zu gehen, keine Tiere in Koffern und Taschen ungewollt ins Land zu schmuggeln, hilft ein kleiner Trick: Ein Atemhauch in die Koffer-Verschlüsse lockt die Bettwanzen aus ihrem Versteck. Die Blutsauger lassen sich dann mit einem Taschentuch leicht zerquetschen.

Bettwanzen erkennen Sie tagsüber kaum

Da Bettwanzen nachtaktive Tiere sind, sieht man sie tagsüber kaum. Dann halten sie sich in Ritzen, Betten, Lüftungsschächten oder hinter Tapeten auf - da kann das bett noch so gemütlich aussehen. Nachts werden die Insekten von der Atemluft der Schläfer angelockt. Gerne krabbeln sie an der Zimmerdecke entlang und lassen sich von dort auf den Menschen fallen, stechen zu und saugen Blut.

Die Stiche samt einer ringförmigen Hautrötung sind kleine Punkte von circa fünf Millimeter Durchmesser. Meist gibt es eine Reihe von Stichen nebeneinander, was auch als Wanzenstraße bezeichnet wird. Die Stiche sind schmerzfrei, lösen aber einen intensiven Juckreiz aus, manchmal auch leichte Blutungen. Bettwanzen können unter anderem das Hepatitis-B-Virus übertragen. Daher ist beim Zerquetschen der Tierchen Vorsicht geboten, weil es auch dabei zu einer Infektion kommen kann.

Was ist also zu tun, wenn man die Bettwanzen entdeckt? Am besten einen Kammerjäger rufen. Neben einer Reihe von Chemikalien kann er eine Wärmeentwesung durchführen. Dabei wird mit einem Spezialofen für ein bis zwei Tage die Zimmertemperatur auf 55 Grad Celsius erhöht, wodurch die Wanzen und ihre Eier absterben. Selbst kann man nur etwas unternehmen, indem die Raumtemperatur möglichst unter 13 Grad Celsius gehalten wird. Dann können sich die in Eiern befindlichen Larven nicht weiterentwickeln und schlüpfen.

Den erwachsenen Wanzen tut dies aber nichts an, sie können auch bei Minusgraden überleben und bis zu 40 Wochen ohne Nahrung auskommen. Eine mögliche Quelle für Bettwanzen sind Taubennester in der Umgebung, dort halten sich die Insekten bevorzugt auf.

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