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Bettnässen: So reagieren Eltern richtig!

Bettnässen: So reagieren Eltern richtig!

Bettnässen: Wie können Eltern dem Kind helfen?

Jedes zehnte Kind in Deutschland leidet unter nächtlicher Blasenschwäche, besser bekannt als Bettnässen. Was sind die Ursachen? Und was können Eltern tun, um ihrem Kind zu helfen, ohne es zusätzlich unter Druck zu setzen?

Beim Bettnässen handelt es sich um eine der häufisten Störungen im Kindesalter. Von Bettnässen als Krankheit sprechen Ärzte, wenn Kinder

nach dem fünften Geburtstag noch mindestens zwei Mal pro Monat ins Bett machen. Das ist bei jedem zehnten Kind im Alter zwischen fünf und

sieben Jahren in Deutschland der Fall. Jungen sind viel häufiger vom Bettnässen betroffen als Mädchen.

Ob oder dass die Blasenfunktion gestört ist, kann man an folgenden Symptomen erkennen:

- das Kind muss häufig aus Toilette

- das Kind schafft es meist nicht, einzuhalten, wenn es dringend auf Toilette muss

- das Kind setzt verschiedene "Haltemanöver" ein; dazu zählen das Aneinanderpressen der Oberschenkel oder das Hüpfen von einem Bein aufs andere

- das Kind lässt Wasser beim Niesen, Husten oder Lachen

Normalerweise bekommen Kinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren ihre Blasen- und Darmfunktion unter Kontrolle und werden "trocken". Dafür, warum das bei einigen Kindern nicht so reibungslos funktioniert, kann es verschiedene Gründe geben. Auch wenn sich das Problem bei über der Hälfte der betroffenen Kinder bis zum Alter von sieben bis zehn Jahren von alleine löst, sollte die Ursache ab dem fünften Lebensjahr vom Kinderarzt abgeklärt werden.

Die harmloseste Ursache ist eine verzögerte Entwicklung des Kindes. Häufig ist dies genetisch bedingt - nicht selten hat auch ein Elternteil als Kind noch längere Zeit nachts ins Bett gemacht. Manchmal ist aber auch eine nur geringe Blasenkapazität Schuld am Bettnässen. Auch dann, wenn das Kind unter dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, kurz ADHS, leidet, ist die Wahrscheinlichkeit für das Bettnässen um das Dreifache erhöht.

Bettnässen: Was sind die Ursachen?

Wichtig ist es, dass Eltern verständnisvoll reagieren und dem Kind keine Vorwürfe machen. In der Regel leiden die Kinder auch ohne Vorwürfe von außen unter der Situation. Die meisten Kinder schämen sich und fürchten gleichzeitig, dass es in der nächsten Nacht wieder passiert. Viele Kinder wollen deshalb nicht bei Freunden übernachten und haben Angst vor Schulausflügen oder Klassenfahrten.

Eltern sollten das Kind loben, wenn es nicht ins Bett gemacht hat. Sie können die Kinder auch einen Wolken-Sonnen-Kalender führen lassen, in dem die trockenen Nächte mit einer Sonne markiert werden. So sieht das Kind, welche Fortschritte es gemacht hat und fühlt sich bestärkt.

Und wenn es doch wieder passiert ist, sollten die Eltern nicht darauf herumreiten, sondern ihrem Kind Mut zusprechen. Es kann auch helfen, das Kind am Morgen das nasse Bett selbst oder gemeinsam mit einem Elternteil neu beziehen zu lassen, wenn es alt genug ist. Damit kann es

sozusagen die Spuren beseitigen und den Eltern Arbeit abnehmen.

Um nicht nur die Nerven, sondern auch auf Dauer die Matratze zu schonen, sollten Eltern entsprechende Unterlagen und waschbare Bettdecken kaufen.

Bei der Therapie und im Kampf gegen das Bettnässen hat sich auch die sogenannte Klingelhose bewährt. Sie unterstützt das Kind dabei, von alleine aufzuwachen, wenn die Blase voll ist. Die Spezialhose enthält einen Sensor, der auf Flüssigkeit mit einem lauten Signal reagiert. So wacht das Kind auf und schafft es noch rechtzeitig auf die Toilette. Diese Methode hilft etwa 70 Prozent der Betroffenen. Der Erfolg stellt sich meist nach zwei bis drei Monaten ein.

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