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Betreuungsgeld wird zum Ladenhüter: Bisher kaum Anträge gestellt

Betreuungsgeld: Kaum Anträge
Die Bundesländer verzeichnen kaum Anträge für Betreuungsgeld © katharina neuwirth - Fotolia

Erstes Fazit zum Betreuungsgeld

Erst war es heiß umstritten - jetzt wird es offenbar zum 'Ladenhüter': Das Betreuungsgeld! Zum 1. August können Eltern, die ihre Kinder zu Hause oder privat betreuen lassen, das so genannte Betreuungsgeld beantragen. Dann erhalten die Familien für jedes Kind ab dem zweiten Lebensjahr monatlich 100 Euro. In einem Jahr steigt es noch einmal auf 150 Euro. Doch bisher gibt es wenig Anträge.

Wie 'Die Welt' berichtet, habe das Familienministerium in Rheinland-Pfalz bis Mitte Juli noch keinen Antrag verzeichnen können. In Sachsen-Anhalt zählte man gerade einmal sechs Anträge, in Thüringen keinen einzigen. In Mecklenburg-Vorpommern wurden 44 Anträge gestellt, sagt die dortige Arbeits- und Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD). Sie kritisiert, "dass das Betreuungsgeld an den Bedürfnissen der meisten Eltern vorbeigeht." Dass die Zahl der Anträge so gering ist, liegt wohl auch daran, dass die SPD-geführten Bundesländer das von der CDU eingeführte Betreuungsgeld nicht bewerben.

In Bayern macht man dagegen Werbung für das Betreuungsgeld: 55.000 Haushalte haben einen Flyer dazu bekommen. Vor wenigen Tagen hätten 2.755 Haushalte schon vollständig ausgefüllte Anträge an Familien verschickt, berichtet Spiegel Online. Die Angeschriebenen müssten nur noch ein paar Kreuzchen machen und unterschreiben. Aber auch hier gibt es keinen großen Andrang: Erst 500 Familien haben das Angebot bisher genutzt.

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