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Betreuungsgeld: Herdprämie wird immer beliebter

Betreuungsgeld: Herdprämie wird immer beliebter
Immer mehr Mütter stellen den Antrag für das Betreuungsgeld. © picture alliance / dpa, Jan-Philipp Strobel

Im Westen wird häufiger Betreuungsgeld beantragt

Das Betreuungsgeld wurde nicht nur in der Politik heftig diskutiert. Auch in deutschen Haushalten hielt man die als Herdprämie kritisierte Leistung für unbrauchbar. Nachdem die Anträge anfangs noch ausblieben, erhebt jetzt das Statistische Bundesamt neue Zahlen. Für rund 65.000 Kinder wurde seit 1. August 2013 das Betreuungsgeld mittlerweile ausgezahlt.

Die Einführung des Betreuungsgeldes am 1. August 2013 lief schleppend an. Nur wenige beantragten die neue staatliche Leistung. Zum Teil wurden aber auch in einigen Bundesländern Eltern schlecht über diese neue Zusatzleistung informiert. Mittlerweile jedoch gibt es erste Zahlen, die belegen, dass das Betreuungsgeld langsam angenommen wird. Besonders in Bayern und Baden-Württemberg war die Nachfrage 2013 sehr hoch. Insgesamt wurde die neue Leistung rund 65.000 Mal bewilligt und ausgezahlt. Das ist mehr, als bislang angenommen.

Im Osten war die Nachfrage minimal, da Kinder dort in der Regel schon früher in die Krippe gehen. Im 'Spiegel' warnt der Sozialwissenschaftler Stefan Sell, dass "das Betreuungsgeld das längere Zuhausebleiben der Mütter zementiert". Demnach könnte sich bewahrheiten, was viele Kritiker der Herdprämie immer befürchtet haben. Politische Forderungen, es Müttern einfacher zu machen, nach der Geburt eines Kindes wieder schneller in den Beruf zurück zu kehren, lässt der Boom des Betreuungsgeldes regelrecht alt aussehen. Selbst SPD-Familienministerin Manuela Schwesig hat ihre Bedenken. Sie kündigte im 'Spiegel' an, genau beobachten zu wollen, wie die Leistung angenommen wird. Eine Tendenz dazu dürfte jetzt zumindest auf ihrem Schreibtisch liegen.

Kinder, die nach dem 31. Juli 2012 auf die Welt kamen, haben seit dem 1. August 2013 Anspruch auf Betreuungsgeld. Derzeit bekommen sie monatlich 100 Euro, wenn sie ihr Kleinkind zu Hause betreuen.

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