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"Bester Sex": 33 Frauen erzählen

Bester Sex: Was macht guten Sex wirklich aus?
Bester Sex kann aufregend, unanständig und romantisch sein

"Bester Sex": Frauen erzählen, was guten Sex ausmacht

Frauenzimmer.de sprach mit dem Erfolgs-Duo Ina Küper und Marlene Burba. Sie sind nicht nur die Herausgeberinnen des Erotik-Magazins "Alley Cat" sondern erobern nun auch den Buchmarkt mit "Bester Sex".

Von Sara Dörnemann

Frauenzimmer.de: Der Erotik-Markt boomt. Was hebt Ihr Magazin "Alley Cat" hervor?

Ina Küper und Marlene Burba: "Alley Cat" ist das Sprachrohr des hochwertigen Erotikmarktes. Während Sexshops für Frauen schon seit einigen Jahren wie Pilze aus dem Boden schießen, Dessous-Labels immer verruchtere Kollektionen launchten und der größte Umsatz der Industrie mit Vibratoren, also einem reinen Frauenprodukt, gemacht wurde und wird, gab es im medialen Bereich lange kein erotisches Produkt für Frauen. "Alley Cat" ist ein Wegweiser durch die erotische Welt, pickt sich die schönsten Produkte, Filme und Bücher heraus, beleuchtet Themen, an die sich andere Magazine gar nicht oder nur sehr oberflächlich heran trauen und verwöhnt Leserinnen gleichzeitig mit einer überraschend luxuriösen Gestaltung. Wir denken ohne "Alley Cat" würden viele sinnliche Highlights für Frauen im Verborgenen bleiben.  

FZ: Wie reagierte Ihr Umkreis auf Ihre Idee, ein Erotik-Magazin für Frauen zu gründen?

Ina Küper und Marlene Burba: Durchweg positiv. Als die Idee zu "Alley Cat" entstand, haben wir natürlich befürchtet, dass unser Umfeld negativ oder zumindest skeptisch reagieren würde. Aber wir waren überrascht, wie viele Menschen uns bestärkend zugesprochen haben. Männer reagieren fasziniert, Frauen interessiert.

Bester Sex: Highlights sind naturgemäß selten

FZ: Was überwiegt nach Ihrer Einschätzung in deutschen Schlafzimmern? Bester Sex oder schlechter Sex?

Ina Küper und Marlene Burba: Die Antwort darauf findet sich nur in privaten Schlafzimmern, und in die hat man selten Einblick. Aber wenn wir eine Schätzung abgeben sollten, würden wir tippen, dass der durchschnittsdeutsche Sex weder unglaublich mies, noch unfassbar gut ist, sondern meistens durchschnittlich. Highlights sind naturgemäß selten, aber gerade das macht sie ja so erstrebenswert. Und selbst wenn wirklich guter Sex nicht auf der Straße liegt, macht es Spaß von ihm zu träumen.

FZ: Die 33 "Autorinnen" stammen aus Ihrem Umfeld. Hatte man plötzlich ein anderes Bild von der besten Freundin, nachdem sie von ihrem besten Sex erzählt hatte?

Ina Küper und Marlene Burba: Natürlich ist es zuerst ein bisschen befremdlich, wenn die besten Freundinnen von ihren heißesten Erlebnissen erzählen und dabei jedes Detail erwähnen. Aber mit Mitte zwanzig weiß man, dass selbst die Kindergartenfreundin inzwischen ein sexuell aktiver Mensch ist, der Lust und Leidenschaft erlebt wie man selbst. Der erste "Schock" war also schnell vergessen. 

FZ: Eignet sich das Buch nur für Frauen? Oder können Männer noch etwas lernen?

Ina Küper und Marlene Burba: Für Männer ist "Bester Sex" mindestens genauso spannend wie für Frauen. So einen detaillierten Einblick in die weiblichen Gedanken, Fantasien und Bedürfnisse werden sie wahrscheinlich noch nie zuvor bekommen haben. Sie erfahren, auf welchen Typ Mann Frauen stehen, welche Stellungen und Techniken sie lieben und welche Körperstellen am sensibelsten auf Berührungen reagieren. Und dieses Mal erzählen keine selbst ernannten Sexpertinnen, sondern echte Frauen! 

FZ.de: Was macht "besten Sex" aus? Kann man ihn erlernen?

Ina Küper und Marlene Burba: Der beste Sex des Lebens ist ein Aha-Erlebnis, ein Moment, der einen klarer sehen lässt. Er passiert nur mit dem richtigen Partner und der passenden Stimmung. Beides begegnet einem eher aus Zufall und nicht, weil man sich wochenlang darauf vorbereitet hat. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man erfahren ist und weiß welche "Knöpfe" man betätigen muss, aber Sex ist keine Performance. Deswegen kann man ihn auch nicht erlernen.  

Guter Sex hat nichts mit dem Geschlecht zu tun.

"Bester Sex": 33 Frauen erzählen

FZ: Gibt es vielleicht so etwas wie "Die Top 5 Voraussetzungen für besten Sex"?

Ina Küper und Marlene Burba: Lust macht, was gefällt. Und Sex ist wie Kleidung oder Essen eine Frage des Geschmacks. Wenn wir über Sex sprechen, möchten wir ungern pauschalisieren, aber die Storys in "Bester Sex" haben gezeigt, dass es ein paar Faktoren gibt, die fast alle Frauen als hilfreich empfinden: Kommunikation, Entspannung, Empathie, Abwechslung und eine geschickte Zunge.

FZ: Wer hat besseren Sex? Männer oder Frauen?

Ina Küper und Marlene Burba: Guter Sex hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Viel wichtiger ist, wie wohl man sich in seiner eigenen Haut fühlt und wie viel Mut man hat, seine sexuellen "Rechte" einzufordern. Männer wirken manchmal vielleicht ein bisschen sorgloser und selbstbewusster als Frauen, aber auch sie haben sicher ihre Probleme.  

FZ: Gab es auch Erzählungen, die Ihnen zu "heiß" für "Bester Sex" waren? Wo liegt Ihre Tabu-Zone?

Ina Küper und Marlene Burba: Tabus gab es nicht. Wenn wir uns gegen eine Geschichte entschieden haben, lag es eher daran, dass uns die Story nicht spannend genug war oder wie erfunden wirkte. Uns war wichtig, dass die Erlebnisse authentisch sind und von echtem Sex und wahren Gefühlen erzählen.  

FZ: Wie wichtig ist guter Sex für eine Beziehung? 

Ina Küper und Marlene Burba: Sehr wichtig. Sex ist nun mal ein Teil der Partnerschaft, und wenn er unbefriedigend ist, strahlt diese Frustration schnell auf alle anderen Bereiche ab. Lustlose Zeiten lassen sich in einer stabilen Partnerschaft natürlich überbrücken, aber ein bisschen Leidenschaft sollte auch nach zehn Jahren noch vorhanden sein.

FZ: Hat das Buch "Bester Sex" etwas in Ihrem Leben verändert?

Ina Küper und Marlene Burba: Ja, wir sprechen plötzlich noch mehr über Sex als früher. Privat hat sich eigentlich nichts verändert, aber für die Arbeit an "Alley Cat" hat uns das Buch definitiv weiter gebracht. Wir haben einen einmaligen Einblick in die Gedanken und Wünsche anderer Frauen bekommen und können diese Erkenntnisse wunderbar auf unsere Leserinnen übertragen.  

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