Beschneidung bei Mädchen: Hilfe durch Klitoris-OP?

Beschneidung bei Mädchen: Hilfe durch Klitoris-OP?
© picture alliance / dpa, Hannibal Hanschke

Klitoris-OP soll verstümmelten Mädchen helfen

Sie ist eine der grausamsten Traditionen der Welt: Die Beschneidung der Geschlechtsteile von Mädchen. Doch jetzt gibt es Hilfe für viele Verstümmelungs-Opfer. Französische Forscher haben ein neues OP-Verfahren entwickelt, bei dem die beschädigte Klitoris wieder aufgebaut wird.

Das Forscherteam rund um Pierre Foldès berichtet im britischen Fachmagazin 'The Lancet', dass diese neue Behandlungstechnik die Schmerzen von genital verstümmelten Frauen lindern und ihnen das sexuelle Empfinden wieder zurückgeben könne. Es sei sogar bei den bisher operierten Frauen in 35 Prozent der Fall, dass sie wieder einen Orgasmus erleben können.

Die Klitoris-OP macht sich zunutze, dass der Großteil des Genitals innerhalb des Körpers liegt und bei einer Beschneidung nur die äußere Spitze beschädigt wird. So sei es bei der Operation möglich, den verdeckten Teil der Klitoris herauszuholen und so der Frau das Lustempfinden zurückzugeben.

Beschneidung bei Mädchen wird täglich praktiziert

Laut der Kinderschutzorganisation Unicef werden weltweit rund bis zu 140 Millionen Frauen beschnitten. Vor allem in afrikanischen Ländern gehört das Ritual zum täglichen Leben dazu. Viele Ofer leiden ihr gesamtes Leben unter der Beschneidung an psychischen und physischen Folgen, da das Ritual ohne Betäubung und in einem unhygienischen Bereich vollzogen wird. Nicht selten werden die Mädchen bloß mit Glasscherben, stumpfen Rasierklingen oder scharfen Stücken einer Blechdose behandelt.

Obwohl die neue Klitoris-OP vielen Opfern wieder Mut machen könnte, so ist es für die meisten Frauen unmöglich, diese Behandlung in Anspruch zu nehmen. In den Entwicklungsländern ist eine solche Operation beinahe unerschwinglich für die Frauen, und in anderen Ländern wird der Eingriff nicht als medizinisch notwendig angesehen und gilt als Schönheitsoperation. Dies hat zur Folge, dass die Krankenkassen die Kosten der OP nicht übernehmen.

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