Beschneidung bei Mädchen: Gynäkologe fordert Legalisierung

Beschneidung bei Mädchen: Gynäkologe fordert Legalisierung
Beschneidung bei Mädchen: Gynäkologe fordert Legalisierung © dpa, Bea Kallos

Beschneidung bei Mädchen legalisieren?

Nach der Legalisierung der Beschneidung bei Jungen in Deutschland stellt der ägyptische Gynäkologe Mohamed Kandeel eine bizarre Forderung: Auch die Beschneidung bei Mädchen solle weltweit legalisiert werden.

Mit Erlaubnis der Eltern spräche nichts dagegen, da die Mädchenbeschneidung keinerlei nachweisliche Nachteile für die betroffenen Frauen hätte, äußert sich der Professor in einem jüngst veröffentlichten Artikel. In einem gut ausgestatteten Krankenhaus mit erfahrenem Personal würden bei dem Eingriff kaum mehr Komplikationen entstehen als bei jedem anderen operativen Eingriff.

Seine Ansichten begründet Kandeel so: Wenn man die Beschneidung der Mädchen kriminalisiere, die von Jungen aus religiösen Gründen jedoch erlaube, entstehe so ein Sexismus und eine Diskriminierung des weiblichen Geschlechts, die es zu verhindern gilt. Folglich dürfe die Mädchenbeschneidung nicht verboten sein - zumindest die "sanfte" Form der Beschneidung, bei der der äußerlich sichtbare Teil der Klitoris teilweise oder vollständig entfernt wird. In manchen islamischen Strömungen ist diese Form erlaubt und daher auch religiös begründbar.

Unfassbar dabei ist: Mohamed Kandeel ist Professor für Gynäkologie und Geburtshilfe an der ägyptischen Universität in Menofiya und darüber hinaus Mitglied der Genfer Stiftung für Medizinische Ausbildung und Forschung (gfmer), die eng mit der Weltgesundheitsorganisation WHO zusammenarbeitet.

Anzeige