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Belästigung auf Bahnreisen: Frauenabteile für mehr Sicherheit im Zug

Stärken Frauenabteile wirklich das Sicherheitsgefühl?

"Männer, die sich extra schräg gegenüber hinsetzen, damit sie sich vor mir einen runterholen können." Diese und viele weitere Geschichten findet man unter dem Hashtag #imzugpassiert in den sozialen Netzwerken. Frauen tauschen sich über die Erfahrungen aus, die sie auf Bahnreisen machen mussten. Darauf reagiert nun die Mitteldeutsche Regiobahn: Sie kündigt an, ein Zugabteil nur für Frauen einzurichten. Aber ist das wirklich die Lösung?

Im Netz wird schnell deutlich: Die Meinungen zu der Idee der Bahn sind gespalten. Klar, es gibt Befürworter. Sie glauben, ein Frauenabteil stärke das Sicherheitsgefühl der Frauen. Aber die Zahl der Gegner ist nicht gerade gering. Der Regiobahn wird vorgeworfen, dass die Abteile diskriminierend sind. Und dass dieses gesellschaftliche Problem nicht damit gelöst wird, indem man Frauen und Männer trennt.

Sexismus gehört längst nicht der Vergangenheit an

Frauenabteile sind in anderen Ländern übrigens längst Realität: In Österreich, Japan, Indien, Brasilien, Mexiko und Ägypten beispielsweise. Auch in der Schweiz gab es vor 15 Jahren diese Idee. Weil dort aber kaum jemand die Frauenabteile nutzte, wurden sie wieder abgeschafft.

Egal, ob man nun für oder gegen diese Abteile ist, viel schlimmer ist doch diese Tatsache: Man denkt über Frauenabteile nach. Das zeigt, dass Frauen sich unsicher fühlen. Und auch der Hashtag beweist: Sexismus ist leider immer noch allgegenwärtig!

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