LEIDENSCHAFT LEIDENSCHAFT

Beim Thema Sex-Aufklärung besteht Nachholbedarf

Ein Buch erhitzt derzeit in Deutschland die Gemüter: 'Make Love'. Anhand eindeutiger Bilder von jungen Paaren, die Sex haben, soll es Jugendliche realistisch aufklären. Echte Teenagerpaare haben sich für das Buch fotografieren lassen, zeigen viel Haut - sogar Geschlechtsteile und Sexszenen sind zu sehen.

Gefährliche Wissenslücken beim Thema Sex
Gefährliche Wissenslücken: Wenn Kinder und Teenager nicht richtig über Sex aufgeklärt werden, drohen ungewollte Schwangerschaften und Krankheiten. © picture-alliance/ gms, Jörg Lange

Und beim Thema Sex gibt es tatsächlich Nachholbedarf, nicht nur bei den Kids. Einer aktuellen Studie zufolge weiß jede fünfte Frau nicht, dass sie beim Vergessen oder Weglassen der Pille schwanger werden könnte. "Eltern wissen relativ viel über sexuelle Praktiken, über Verhütung aber nicht so viel", sagt die Sexualtherapeutin Dr. Carla Thiele.

Grundsätzlich empfiehlt die Expertin, das Thema Sex und Liebe gegenüber Kindern offen anzusprechen und nicht zu verbergen. Das eine große Aufklärungsgespräch sollte es allerdings nicht mehr geben - Eltern sollten lieber in kleinen Schritten vorgehen und darauf achten, was die Teenager gerade betrifft und interessiert. Der richtige Zeitpunkt spielt auch eine Rolle: Ab dem 10. Lebensjahr verändert sich der Körper der Kinder, Mädchen bekommen ihre Regelblutungen, Jungs den ersten Samenerguss. Über diese Umstellungen im Körper müssen Eltern mit den Kindern reden.

Erst mit 11 oder 12 Jahren sollte es dann konkret um sexuelle Praktiken, Verhütung und Geschlechtskrankheiten gehen. Falls es Eltern oder Kindern unangenehm ist, darüber zu reden, kann ein Aufklärungsbuch genau die richtige Alternative sein.

Anzeige