LIEBE LIEBE

Bei Liebeskummer drehen die Hormone durch

Bei Liebeskummer drehen die Hormone durch
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Liebeskummer: Ein Junkie auf Liebesentzug

Bei Liebeskummer tut einfach alles weh: Das Ego ist verletzt, die Energie ist verpufft und jeden Moment rechnet man damit, dass das Herz in 1.000 Teile zerspringt. Eigentlich fühlt sich Liebeskummer an wie eine schlimme Krankheit. Die schlechte Nachricht: Es gibt noch keine Pillen gegen Herzschmerz. Die gute Nachricht: Es ist heilbar!

Was im Körper überhaupt bei Liebeskummer passiert, kann ohne rosa Wolken und tanzende Schmetterlinge erklärt werden. Ganz rational sind die Gründe für den Leibes- und Liebesschmerz: Es sind natürlich die Hormone, die komplett verrückt spielen und so das Gehirn ganz schön durcheinander bringen.

Das Verliebtsein und Liebeskummer löst im Gehirn eigentlich dieselbe Maschinerie aus: Botenstoffe werden freigesetzt. Die Hormone Dopamin und Noradrenalin werden bei Herzschmerz allerdings in noch größeren Mengen produziert. Dadurch fühlt sich der Verlassene dem Liebesobjekt noch verbundener und ist ihm noch mehr verfallen als je zuvor. Drogensucht verläuft übrigens in denselben Hirnbereichen wie die Liebe. Der Verlassene leidet also sozusagen unter Liebes-ENTZUG mit den klassischen Symptomen wie Schlaflosigkeit, Herzklopfen, Appetitlosigkeit und Angstzustände, Heulkrämpfe und heftiges Verlangen überwältigen das Opfer.

Hormone tragen Schwarz

Der Botenstoff Dopamin gilt als das Glückshormon schlechthin und wird bei Verliebten in großen Mengen ausgeschüttet. Wird aus Liebe Verzweifelung, sinkt der Dopaminspiegel auch schnell wieder – der Entzug beginnt. Darum ist es kein Wunder, dass beinahe jeder Zweite nachweislich an einer leichten Depression leidet, und jeder Zwanzigste an einer mittleren bis schweren. Bis ins 18. Jahrhundert galt Liebeskummer noch als Krankheit. Heute fordern britische Psychologen den Herzschmerz als solche wieder anzuerkennen. Denn an gebrochenem Herzen kann man sterben. Das muss aber nicht sein. Besser das traditionelle Rezept anwenden: Die gute alte Ablenkung. Ein Zusammentreffen mit gutgelaunten und vertrauten Leuten erhöht früher oder später den Dopaminspiegel und sorgt somit wieder für das dringend gebrauchte Stimmungshoch.

Wer unter Zwangserkrankungen leidet, der hat eine Unterversorgung des Hormons Serotonin. Der Mangel dieses Hormons ruft das Bedürfnis hervor, sich permanent die Hände zu waschen oder ruft die Angst vor Krankheiten hervor. Die Liebeskummer-Patienten haben einen ähnlich niedrigen Serotoninspiegel. Bei ihnen drückt sich der Mangel so aus, dass sie sich stundenlang mit dem Verlust des Partners beschäftigen müssen. Die Psyche ist aus dem Gleichgewicht.

Brustschmerz, eingeschränkte Herzleistung und Kurzatmigkeit sind klassische Herzinfarktsymptome, die aber auch auf Liebeskranke zukommen können. Das ‚Broken Heart Syndrome’ entsteht durch eine gesteigerte Konzentration von Stresshormonen im Blut. Zu hohe Dosen von Cortisol und Adrenalin sorgen für chronischen Stress beim Trauernden. Gerade das Hormon Cortisol wird frühmorgens von 4 Uhr an produziert und lässt die Liebeskranken an Schlaflosigkeit leiden.

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