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Behinderte Neugeborene einfach töten?

Behinderte Neugeborene einfach töten?
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Behinderte Neugeborene einfach töten?

Unfassbare Forderung: Zwei Forscher plädieren für die Tötung von Neugeborenen, falls diese geistig oder körperlich behindert sind. Die beiden Australier behaupten, es sei völlig egal, ob es sich dabei um einen Fötus handle, der wegen seiner Behinderung so oder so hätte abgetrieben werden dürfen, oder um ein geborenes Baby. Ihre Ansicht stellten die beiden im Fachmagazin ‚Journal of Medical Ethics‘ dar und lösten damit eine internationale Debatte aus.

Der "moralische Status" eines Neugeborenen sei mit dem eines Fötus vergleichbar, glauben Alberto Giubilini und Francesca Minerva. Beide hätten nicht den „moralischen Status“ eines Erwachsenen. Sie seien lediglich "potentielle Personen" - aber eben keine richtigen Individuen.

Eine Behinderung koste viel Geld

Die Wissenschaftler nennen das Ganze zudem nicht Kindstötung, sondern 'After Birth Abortion', also in etwa "postnatale Abtreibung". Bereits mit dieser Bezeichnung reduzieren sie einen Mord an einem lebenden Menschen zu einer Abtreibung. Schließlich sei nicht jede Behinderung vor der Geburt erkennbar, so die Forscher. Von daher sei es in Ordnung, wenn man die Abtreibung später einfach nachholen könnte.

Ihre Argumentation beruht auf simplen Vergleichen zwischen dem Leben einer Schwangeren und dem einer Mutter: Wenn eine Schwangerschaft das Leben der Mutter gefährde, ist eine Abtreibung in der Regel offiziell erlaubt, also warum dann nicht ein Kind töten, wenn seine Behinderung das Leben der Mutter jeden Tag aufs Neue belaste?

In ihrem Artikel ‘After-birth abortion: why should the baby live?’ erwähnen Alberto Giubilini und Francesca Minerva, dass ein behindertes Kind zudem sowohl den Staat als auch die Eltern jede Menge koste: und zwar nicht nur Geld, sondern auch viel Kraft und Lebensqualität. Eine Kindstötung könne doch beiden viel ersparen!

Interessant ist übrigens, dass Francesca Minerva eine junge, hübsche Frau ist und im gebärfähigen Alter. Es bleibt die Frage, wie sie sich entscheiden würde, wenn sie selbst mal vor einer Wahl stünde.

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