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Befruchtung durch Samenspende: Wie weit würden Sie gehen?

Kinderwunsch: 8 Tricks für Männer damit es klappt
Kinderwunsch: 8 Tricks für Männer damit es klappt Quantität und Qualität der Spermien erhöhen 00:01:46
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Kinderwunschh - Befruchtung durch Samenspende?

Der Weg zum Wunschkind kann steinig sein. Jetzt haben die Engländer eine neue Methode erfunden: Private Dating-Termine, bei denen ein unbekannter Mann mit der Frau schläft, um sie zu schwängern.

Wie weit manche Frauen für den Kinderwunsch gehen: Um jeden Preis ein Baby?
Kinderwunsch © picture alliance / Bildagentur-o

Von Jutta Rogge-Strang

Uff, das kann auch ins Auge gehen! In England schießen Dating-Agenturen aus dem Boden, die Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch Sexpartner anbieten, damit sie auf natürlichem Wege schwanger werden können. Denn eine natürliche Befruchtung ist angeblich drei Mal effektiver als eine künstliche – und billiger dazu.

Befruchtung durch Samenspende: Schnell & billg?

Bei diesen neuen Websites bieten Männer ihre Spermien an, im Austausch gegen kostenlosen Sex: Durch natürliche Befruchtung (NI - Natural Insemination) oder teilweise Befruchtung (PI - Partial Insemination, d.h. der Penis wird erst kurz vor der Ejakulation eingeführt) sollen die Frauen schneller schwanger werden. Dabei beschränkt sich die Organisation der Treffen auf rein private Absprachen.

Auf den ersten Blick ein guter Deal: Die Frauen umgehen die mühsame anstrengende klinische künstliche Befruchtung und haben zudem noch die Chance, schnell zu ihrem Wunschkind zu kommen. Dafür müssen sie sich nur mit einem mehr oder weniger unbekannten Mann zum Sex treffen. Eigentlich ähnlich wie ein One-Night-Stand: Man lernt einen netten Mann kennen und verbringt eine schöne Nacht mit ihm. Und auch die Männer haben ein paar angenehme Stunden mit immer neuen Sex-Partnerinnen – und das war's.

Tatsächlich erfreut sich dieses Arrangement immer größerer Beliebtheit: In den Anbieter-Foren tauchen zunehmend Männer auf, die mittlerweile nur noch die natürliche Befruchtung anbieten: „Ich bin ein Spender, und ich biete nur Hilfe an bei NI oder PI. Ich hatte schon einige Damen, die mich zu AI (künstlicher Befruchtung) überreden wollten, aber nicht für mich“, zitiert die britische 'Mail online'. Frei nach dem Motto: Spaß muss sein!

Jetzt aber mal angenommen, die Frauen sind glücklich verheiratet oder lesbisch: Ob sie wirklich scharf darauf sind, mit anderen bzw. überhaupt mit Männern zu schlafen? Das darf bezweifelt werden! Eigentlich würden Frauen sich nur aus einem einzigen Grund auf dieses Arrangement einlassen: Aus purer Not.

Und genau das wird bereits heftig kritisiert: „Wenn sich eine Frau verzweifelt ein Baby wünscht und es sich nicht leisten kann, eine Klinik aufzusuchen, ist sie gefährdet. Auch wenn die biologische Uhr bereits laut tickt und sie Panik bekommt, läuft sie schnell Gefahr, diese Samenspender zu treffen“, so Zita West, Chefin einer Londoner Klinik für künstliche Befruchtung.

Dass es bei solchen Strukturen zu massiven Problemen kommen kann, liegt auf der Hand: Während bei Samenbanken genaue Untersuchungen der Spender stattfinden, läuft bei den natürlichen Befruchtungen alles ganz privat ab: Weder sind die Samenspender HIV-getestet, noch weiß man Genaueres über ihre genetische Veranlagung. Aber während eine künstliche Befruchtung finanziell schnell in die Tausende gehen kann, kostet der zwischenmenschliche Kontakt mit einem Samenspender so gut wie nichts. Sind es diese Risiken wirklich wert, um auf diesem Wege ein Baby zu bekommen?

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