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Beautylexikon: Parfum (Eau de Parfum)

Parfum: betörender Duft mit Geschichte

Die Geschichte des Parfums reicht bis in die Antike zurück. Bereits die alten Ägypter verehrten vor über 5.000 Jahren mit duftendem Rauch die Götter. Von diesem Räucherwerk leitete sich schließlich auch der Begriff Parfum ab. Das lateinische 'Per fumum' bedeutet nämlich 'durch den Rauch'. Duftstoffe wurden auch in Form von Salben aufgetragen. Die rituellen Salbungen dienten ebenfalls der Götteranbetung. Bis das Parfum in seiner heutigen, flüssigen Form den weltweiten Siegeszug antreten sollte, dauerte es jedoch noch Jahrhunderte.

Der Mittelmeerraum als Geburtsstätte des Parfums

Als Venedig im Mittelalter zum Handelszentrum der damals bekannten Welt avancierte, fanden die exotischen Duftstoffe ihren Weg von der arabischen Welt und Nordafrika nach Europa. Im 16. Jahrhundert wuchs die französische Metropole Grasse zum Gründungszentrum der europäischen Parfumkunst heran. Grasse ist nicht zuletzt dank des Bestsellers von Patrick Süskind 'Das Parfum'. Die Geschichte eines Mörders'  als Parfum-Metropole bekannt. Im Roman treibt Jean-Baptiste Grenouille, ein Parfümeur mit genialem Geruchssinn, auf der Suche nach dem perfekten Duft in der französischen Stadt sein Unwesen. Zu Zeiten der de Medici und bis in die Neuzeit hinein waren die wohlriechenden Wässerchen noch immer dem elitären Kreis der reichen Oberschicht vorbehalten. Diese berauschten ihre Sinne an den exquisiten Mischungen. Zudem galten die Duftwässer als nützlicher Schutz vor der Pest, die angeblich unter anderem durch Keime im Badewasser übertragen werden konnte. Das Eau de Toilette wurde neben Puder unverzichtbar zur täglichen Toilette, bei der tunlichst auf Wasser verzichtet werden sollte.

Die Parfümkunst – so entsteht ein unverwechselbarer Duft

Zur Herstellung eines Parfums werden damals wie heute gelöste, natürliche Essenzen mit hochprozentigem Alkohol zur besseren Haltbarkeit gemischt. Dabei wird mitunter auf Substanzen zur Duftölherstellung zurückgegriffen, die einzeln verwendet höchstens zum Naserümpfen, aber nicht zum wohlriechenden Hochgenuss führen würden. Zibet ist beispielsweise eine Substanz, die von der afrikanischen Zibet-Katze stammt und stark nach Fäkalien riecht. Der Duftstoff Ambra wird aus dem Inneren des Magens von Walen gewonnen. Der Sexuallockstoff, den asiatisches Rotwild versprüht, wird Moschus genannt und soll für eine würzige Note bei Parfums sorgen. Zur Herstellung der hochkonzentrierten Duftöle werden große Mengen der Ausgangssubstanz benötigt. Um etwa ein Kilogramm Jasminöl zu erhalten, müssen eine Million Jasminblüten verarbeitet werden. Daher werden viele Essenzen heute künstlich hergestellt, um Kosten zu sparen.

Die unterschiedlichen Duftklassen – vom Eau de Cologne bis zum Parfum

Parfümeure unterscheiden Duftwässer anhand ihrer Verdünnungsklassen mit Namen. Das klassische Eau de Cologne, ursprünglich eine zitronig-frische Kreation von Johanna Maria Farina, auch bekannt als Kölnisch Wasser, besteht zu drei bis fünf Prozent aus Duftölen. Der Klassiker verfliegt schnell, ist aber bis heute eins der ältesten noch verkauften Düfte. Das Eau de Toilette besteht zu sechs bis neun Prozent aus Duftölen und das Eau de Parfum zu zehn bis vierzehn Prozent. Das Parfum ist mit einer 15- bis 30-prozentigen Konzentration an Duftölen das edelste und teuerste Duftwasser, dafür zeichnet es sich durch besondere Haltbarkeit aus. Düfte tragen Sie am besten nach dem Baden oder Duschen auf, da warme Haut das Parfum besonders gut aufnimmt.

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