Beautylexikon Beautylexikon

Beautylexikon: Paraffin

Paraffin: nützliches, aber auch kritisch beäugtes Erdöl-Produkt

Paraffin ist ein gereinigtes Erdöl-Destillat, genauer gesagt ein Gemisch aus gesättigten Kohlenwasserstoffen. Es wird vor allem in der Lebensmittelindustrie und Kosmetik eingesetzt, findet aber auch in der Medizin, der Produktion von Kerzen, Putzmitteln, Möbelpflegemitteln und Schuhcremes Verwendung. Es ist wasserunlöslich, sehr fetthaltig sowie farb-, geschmack- und geruchlos. Der Begriff Paraffin stammt vom lateinischen Wort 'parum affinis', was so viel heißt wie 'wenig reaktionsfähig'. Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird das Destillat gewonnen.

Einsatz und positive Wirkungen von Paraffinen in der Kosmetik

Paraffine können sehr günstig hergestellt werden. In der Kosmetik wird Paraffinöl aufgrund seines hohen Fettanteils gerne in Cremes, Lotionen, Lippenstiften und Lippenbalsams eingesetzt. Auch in Nagellack finden sich oftmals Paraffine. Die bekannte Vaseline ist zum Beispiel ein reines Paraffinprodukt. Als Inhaltsstoffe sind Paraffine etwa unter den Namen 'Paraffinum Liquidum', 'Ceresin', 'Petrolatum' oder 'Paraffin Wax' gekennzeichnet. Paraffinhaltige Pflegeprodukte sollen die Haut vor Trockenheit schützen und sie geschmeidig machen. Die wasserundurchlässige Schicht lässt die Feuchtigkeit der Haut nicht so schnell entweichen. Daher eignen sich Paraffinöl-Cremes besonders bei kalter und trockener Luft. Gleichzeitig wird Paraffin-Produkten eine gewisse therapeutische Wirkung zugeschrieben, weil sie die Durchblutung anregen und letztlich Schmerzen lindern sollen. Eine häufige Behandlung ist das Paraffinbad, bei dem Hände oder Füße mehrfach in heißes Paraffin-Wachs eingetaucht werden und der Ummantelungseffekt der Haut Feuchtigkeit spendet.

Kritik an der Nutzung von Paraffinen

Umstritten ist, ob die Verwendung von paraffinhaltigen Produkten nicht nur positive Effekte hat, sondern sich auch schädlich auf den Körper auswirken kann. Befürworter des Kosmetik-Inhaltsstoffes verweisen auf dessen gute Hautverträglichkeit, zumal Paraffinöl keine Konservierungsstoffe beinhalte, chemisch neutral und von Rückständen gereinigt worden sei. Die positiven Wirkungen seien erwiesen. Gegner wiederum machen geltend, dass der Einsatz von Paraffinen allein schon aus Umweltschutzgründen (Gewinnung aus Erdöl) nicht akzeptabel sei. Zudem hätten Paraffin-Produkte nur vorübergehend einen positiven Effekt auf das Hautbild. So werde etwa der Säureschutzmantel geschädigt und die Haut werde durch die paraffinhaltige Schicht beim Atmen gestört. Unter der Schicht soll der Wärmestau die Verdunstung der Feuchtigkeit eher beschleunigen. Schließlich könnten durch schlecht abfließenden Talg Hautunreinheiten entstehen. Mittlerweile gibt es aufgrund der Kritik viele Kosmetikhersteller, die auf Paraffine verzichten und ihre Produkte auch entsprechend kennzeichnen.

Anzeige