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Beautylexikon: Henna

Die Naturhaarfarbe Henna

Henna bezeichnet einen Extrakt oder ein Pulver aus den Blättern und Stängeln des Hennastrauches Lawsonia inermis. Der das Licht liebende Strauch wächst in warmen trockenen Gebieten. Er wird bereits seit Jahrhunderten in Afrika und Asien kultiviert. Aus den duftenden Blüten wird ein Grundstoff für Parfüm extrahiert. Die Schattenblätter bilden das gelblich-rote Pigment Lawson, das zum natürlichen Färben von Haut und Haaren verwendet wird. Henna wurde zudem zusammen mit andern Wirkstoffen in der traditionellen Medizin äußerlich gegen Entzündungen der Haut angewandt.

Henna für Haut und Haare

Henna färbt Haut, Haare und Fasern tierischen Ursprungs wie Wolle und Seide dauerhaft. Ein Henna-Ornament auf der Haut verschwindet nur allmählich durch die natürliche Abschilferung der oberen Hornschicht. Henna-Verzierungen der Hände und Füße sind in islamisch geprägten Kulturen auf eine lange Tradition zurückzuführen. So wird eine Braut beispielsweise am Henna-Tag vor der Hochzeit von anderen Frauen kunstvoll bemalt. Beim Färben der Haare hängt das Ergebnis von der Einwirkungszeit, der Ausgangshaarfarbe und der Qualität des Hennapulvers ab. Vermischt mit Essig oder Zitronensaft werden hellere Farbtöne erzeugt. Die Mischung mit Indigo ergibt einen Braunton. Hennapulver selbst hat eine grünliche Farbe. Es muss zum Färben mit kochendem Wasser verrührt und warm aufgetragen werden. Das Pigment reagiert während der Einwirkungszeit von bis zu zwei Stunden mit dem Kreatin, dem Horn. Das ist das feste Protein, aus dem das Haar und die oberste Schicht der Haut aufgebaut sind.

Ist Hennafarbe unbedenklich?

Henna wird, da es als gut verträgliches Naturprodukt bekannt ist, gern von umwelt- und gesundheitsbewussten Menschen verwendet. Die gute Verträglichkeit bezieht sich allerdings auf reines Hennapulver. Gebrauchsfertige Zubereitungen von Henna-Färbemitteln enthalten dagegen manchmal künstlich hergestellte Stoffe wie Wirkungsverstärker und Konservierungsstoffe, denen ein hohes Allergierisiko nachgesagt wird, und von denen manche sogar im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Das hatte die Zeitschrift 'ÖKO-TEST' bei einer Begutachtung von zahlreichen Haarfarben auf Pflanzenbasis festgestellt. Rein natürlichen Ursprungs sind Haarfarben und Tönungen dann, wenn sie ein Siegel für Naturkosmetik tragen. Dazu gehören beispielsweise 'NaTrue' und das BDIH-Siegel 'Kontrollierte Naturkosmetik' (BDIH = Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel). Auch von Haut-Tattoos mit Henna, die Touristen häufig als Souvenir mitbringen, sind Unverträglichkeiten bekannt. Es ist zu vermuten, dass Henna hier ebenfalls mit fremden Substanzen vermischt wurde, um es leichter auftragen zu können.

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