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Beautylexikon: Hamam

Hamam – traditionell orientalisches Bad für Ihr Wohlbefinden

Hamam ist die Bezeichnung für das traditionelle türkische Dampfbad. Als noch nicht jeder Haushalt ein eigenes Bad besaß, war das öffentliche Hamam ein wichtiger Ort für die rituellen Waschungen und die Körperpflege, wie beispielsweise das Epilieren. Das Badehaus war immer auch ein sozialer Treffpunkt. Historische Hamams befinden sich oft in der Nähe von Moscheen. Sie sind innen meistens edel mit Kuppeln, Marmor und Mosaiken gestaltet. Üblicherweise gibt es getrennte Räumlichkeiten oder Zeiten für Männer und Frauen. Das Badehaus besitzt einen Dampfraum und einen zentralen runden oder achteckigen Heißraum. In dessen Mitte befindet sich eine Art Podest, der Nabelstein, der zum Ausruhen und Wärmen gedacht ist. Ringsum an den Wänden sind Becken mit fließendem Wasser angebracht, mit dem man sich übergießen kann. Im Ruheraum kann man den Besuch ausklingen lassen, ein wenig plaudern und Tee trinken.

Aufenthalt im Hamam

Der Besuch im Hamam dauert etwa zwei bis drei Stunden. Er wird traditionell von einem Bademeister ('Tellak') oder einer Bademeisterin ('Natir') begleitet. Der Badegast trägt ein Baumwolltuch, das 'Pestema'l, um die Hüften geschlungen. Nach dem Duschen wird zunächst im Dampfraum ('Sogukluk') bei ungefähr 40 Grad der Körper erwärmt und auf die Reinigungsprozedur vorbereitet. Der Heißraum ('Hararet') besitzt eine hohe Luftfeuchtigkeit bei ungefähr 50 Grad Celsius. Hier übergießt man sich abwechselnd mit Wasser aus den Wandbecken und legt sich zum Ausruhen auf den warmen Nabelstein ('Göbektasi') in der Raummitte. Ist der Körper nun gut erwärmt und sind die Muskeln entspannt, erfolgt ein kräftiges Abreiben mit einem speziellen Handschuh, dem 'Kese'. Abgestorbene Hautzellen werden entfernt, die Durchblutung gefördert. Der Meister produziert jetzt mit Seife in einem Säckchen viel zarten Schaum für eine entspannende und reinigende Massage. Zwischen den einzelnen Schritten wird der Körper immer wieder mit Wassergüssen erfrischt. Eventuell schließen sich noch ein Gang in den Dampfraum und eine Ölmassage an. Der Aufenthalt im Ruheraum bildet den Abschluss des Rituals.

Wellness und Badekultur heute

Im Gegensatz zur finnischen Sauna, bei der Schwitzen im Vordergrund steht, dient das Hamam traditionell der Reinigung. Heute vermischen sich beide Aspekte häufig. Mit dem Schwerpunkt auf Entspannung und Erholung ist das Hamam oftmals in den Wellnessbereich von Hotels sowie großen Bade- und Saunalandschaften integriert. Mit Tradition und orientalischer Prachtentfaltung setzt es einen ganz eigenen Schwerpunkt. Während in der Türkei die traditionelle Hamam-Kultur auf dem Rückzug zu sein scheint, erlebt sie in Europa einen Boom.

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