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Beautylexikon: Ginkgo

Ginkgo - eine chinesische Heilpflanze mit Potenzial

Beim Ginkgo handelt es sich zunächst ganz allgemein um eine Baumart, die in China heimisch ist. Im Fachjargon wird der Baum als 'Ginkgo biloba' bezeichnet. Gut zu wissen: Alle anderen Vertreter der Ginkgo-Gruppe sind inzwischen ausgestorben. Der Baum wächst nur noch im Südwesten Chinas.

Geschichte des Ginkgo-Baumes

Bereits seit Jahrhunderten wird der Baum in Ostasien kultiviert. Hier ist er wegen seiner essbaren Samen besonders beliebt, er wurde aber auch als Tempelbaum verwendet. Nach Europa ist der Ginkgo erst in der Frühen Neuzeit gebracht worden. Holländische Seefahrer schifften ihn über Japan nach Europa. Seitdem wird er hier als Zierbaum angepflanzt. Neben seiner Verwendung als Nahrungsmittel findet er auch Anwendung in der Naturheilkunde.

Inhaltsstoffe des Ginkgo

Ginkgo-Blätter enthalten unter anderem Flavonoide, denen eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Speziell kommen Flavonglykoside sowie Biflavonoide vor. Außerdem sind in den Blättern verschiedene Gerüststoffe und Ginkgolide enthalten. Letztere bezeichnen Diterpene aus der Gruppe der Terpenlactone. Ihre Bezeichnung entstammt dem Namen des Baumes, da sie bisher in keiner anderen Pflanzengruppe gefunden wurden. Sie sollen die Durchblutung fördern und antioxidativ im Gehirn wirken. Ähnlich sieht es bei dem 'Sesquiterpen bilabolid' aus. Es soll nicht nur schützend, sondern auch regenerativ auf unsere Gehirnzellen wirken. Aber Achtung: Ginkgo enthält nicht nur positive Inhaltsstoffe. Samen und Blätter des Baumes weisen spezielle Ginkgolsäuren auf, denen eine nerven- und erbgutschädigende Wirkung nachgesagt wird. Außerdem reagieren viele Menschen allergisch auf die Säuren.

Anwendungsgebiete

In der traditionellen Medizin Chinas wurden neben den Blättern auch die Wurzeln und Samen des Baumes genutzt. In Europa hingegen finden vorwiegend seine Blätter Anwendung, obwohl den Samen eine heilende Wirkung bei

- Asthma,

- Alkoholvergiftungen,

- Blähungen,

- schmerzhaftem Wasserlassen,

- Husten und

- Blaseninfektionen

nachgesagt wird. Der Schwerpunkt der Ginkgo-Nutzung in Europa liegt vorwiegend in der Behandlung von Demenz. Aber auch bei Schwindel, Durchblutungsstörungen und Ohrgeräuschen, also Tinnitus, wird er eingesetzt. Daneben gelten die Ginkgo-Präparate als Cholinesterase-Hemmer. Das heißt, dass die Arzneimittel die geistige Leistungsfähigkeit steigern und die Belastungsgrenze erhöhen sollen. Seit 2014 forschen französische Wissenschaftler an der Wirkung von Ginkgo auf Alzheimer. Alles in allem sind die Forschungsergebnisse zur Ginkgo-Wirkung jedoch eher unklar, sie widersprechen sich sogar teilweise. Die ausgeschriebenen Hauptwirkungen der Extrakte sind die Durchblutungsförderung, eine Steigerung der Gedächtnisleistung sowie die Minderung von altersbedingten Neurotransmissionsdefekten.

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