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Beautylexikon: Flavonoide

Flavonoide – Schutz für die Pflanze und gesund für den Menschen

Der Begriff Flavonoid dürfte den wenigsten Menschen ein Begriff sein. Bekannter sind Ausdrücke wie Vitamine und Mineralstoffe. Bei allem handelt es sich um Mikronährstoffe, wobei Flavonoide sekundäre Pflanzenstoffe sind. Zuständig sind sie beispielsweise für die Farbe und den Geschmack von Nahrungsmitteln. Und nicht nur das – sie bestimmen auch die Wirkung einer Heilpflanze oder eines Lebensmittels auf den menschlichen Körper.

Woher stammt der Name und wo kommen Flavonoide vor?

Früher wurden einige Pflanzenarten zum Gelbfärben verwendet. Dazu gehörten – wie die Namen schon vermuten lassen – der Färbermaulbeerbaum, der Färberwau und die Färber-Eiche. Die Farbstoffgruppe wurde nach genauerer Identifikation der Inhaltsstoffe als Flavone bezeichnet. Der Ausdruck entstammt dem Lateinischen, wo 'flavus' gelb bedeutet. Trotz der späteren Erkenntnis, dass die Gruppe der Farbstoffe sehr viel größer ist und es auch andere Färbungen gab, wurde der Name beibehalten. Manche Inhaltsstoffe sind ähnlich aufgebaut und farblos – dennoch wird die Gruppe bis heute als Flavonoide bezeichnet.

Flavonoide kommen sowohl in Moosen und Farnen als auch in Samenpflanzen vor. Sie sind im Pflanzenreich weit verbreitet.

Welche Bedeutung haben Flavonoide in der Pflanzenwelt?

Die wichtigste Gruppe der Blütenfarbstoffe sind die Flavonoide. Damit dienen sie unter anderem der Anlockung von Bestäubern. Die Farben des Anthocyanidine reichen von Orange bis Blau und können in den verschiedensten Tönen auftreten. Die sogenannten Flavonole dienen ihrer Stabilisierung und können auch die Verschiebung der Blütenfarbe bewirken. Eine Gelbfärbung wird übrigens seltener von Flavonoiden ausgelöst als man aufgrund der Namensherkunft denken möchte. Dagegen wird weiße Blütenfarbe zu über 90 Prozent durch Flavonoide ausgelöst. Die Stoffe, die hierfür verantwortlich sind, werden als Luteolin, Apigenin sowie Kaemperol und Quercetin bezeichnet. Daneben sind Flavonoide für den Schutz der Pflanze verantwortlich und verhindern ihre Verdaubarkeit. Für manche Insekten sind sie sogar giftig, während sie für andere fraßstimulierend sind. Sie besitzen zudem eine antivirale, antifungale und antibakterielle Wirkung.

Wie wirken sich Flavonoide auf den Menschen aus?

Bei erhöhter Aufnahme von Flavonoiden über die Ernährung ist eine geringere Sterblichkeit durch Herz- und Kreislauf-Erkrankungen nachgewiesen. Sie wirken auf die Blutgerinnung und sollen das Lungenkrebsrisiko verringern, sofern sie über Äpfel aufgenommen werden. Dort sind sie übrigens in der nötigen Kombination vor allem in der Schale konzentriert.

Die Flavonoide in Grapefruits können zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten führen. Hier ist Vorsicht geboten.

Neben der Aufnahme von Flavonoiden über die Ernährung wird eine ganze Reihe der Pflanzenstoffe auch therapeutisch als Arzneidroge genutzt. Sie sind vor allem:

- antiviral und antimikrobiell

- antioxidativ

- antiallergisch und antiphlogistisch

- antikanzerogen und antiproliferativ

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