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Bearbeitungsgebühren für Kredite sind nicht rechtens

Kredit-Bearbeitungsgebühren laut Bundesgerichtshof unzulässig

Wer schon mal einen Kredit aufgenommen hat, weiß, dass Banken dafür Zinsen berechnen. Aber nicht nur das - manche fordern dafür auch Bearbeitungsgebühren, die aber nicht rechtmäßig sind. Der Bundesgerichtshof hat daher entschieden, dass ab dem Jahr 2004 gezahlte Kredit-Bearbeitungsgebühren zurückforderbar sind.

Ein Blick auf die Kreditunterlagen und der Schock ist groß: Viele Banken fordern Bearbeitungsgebühren, die aber nicht rechtens sind. Und über mehrere Jahre summiert sich der Betrag. Das ist auch Bendedikt Wolf passiert, dem schließlich Kosten von über 2000 Euro entstanden waren. Er klagte gegen die Bank, die sich jedoch weigerte, die Gebühren zurück zu zahlen. Doch Benedikt Wolf bekam sein Geld zurück.

Und das dank des Urteils des Bundesgerichtshofes. Es besagt, dass Gebühren von Krediten, die ab 2004 abgewickelt wurden, nicht rechtens sind. Wurden sie dennoch erhoben und gezahlt, können Sie laut Markus Fleck von der Verbraucherzentrale folgendermaßen vorgehen: „Die Kunden, die jetzt noch die Ansprüche durchsetzen wollen, sollten ihre Bank anschreiben. Dabei sollten sie eine kurze Frist von zehn Tagen für eine Rückzahlung setzen. Zahlen die Banken diese Summe nicht zurück, müssen Kunden verjährungshemmende Maßnahmen ergreifen, also Klage erheben oder die Schlichtungsstelle der betroffenen Bank anschreiben.“

Damit die Rückforderung für Bearbeitungsgebühren aus dem Jahr 2004 nicht verjährt, sollten Kunden bis Ende des Jahres aktiv werden und die Forderung geltend machen. Für die Banken könnte es teuer werden, wenn alle Kunden das Geld zurückfordern. Denn sie haben oft 3,5 Prozent Gebühren berechnet. „Die Stiftung Warentest ist davon ausgegangen, dass seit 2005 über 13 Milliarden Euro an Bearbeitungsgebühren gezahlt wurden. Sollte diese Summe stimmen, ist das mit erheblichen Folgen der Banken verbunden“, erklärt Markus Fleck.

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