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Bausparkassen im Praxistest: Beratung oft mangelhaft

Bausparkassen im Test: schlecht beraten
Bausparkassen im Test: schlecht beraten Kaum Informationen, ungünstige Verträge 00:02:32
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Nur drei Bausparkassen überzeugen

Bausparen - das ist auch in der heutigen Zeit eine gute Finanzierungsmöglichkeit für Häuslebauer, die es auf besonders günstige Kreditzinsen abgesehen haben. Zwar gibt es auf Bausparverträge kaum noch Sparzinsen, aber zugesicherte Kreditzinsen in Höhe von 1,5 bis 3,0 Prozent für die Immobilien-Finanzierung sind immer noch attraktiv.

Bausparkassen im Praxistest
Wer eine Immobilie kaufen oder bauen will, sollte einen Plan haben, © dpa, Holger Hollemann

Besonders wichtig bei Bausparverträgen: Eine gute Beratung. Die Zeitschrift 'Finanztest' hat daher in einem umfangreichen Praxistest alle 20 Bausparkassen auf ihre Beratungsqualität geprüft. Das Ergebnis war erschreckend: Bei den meisten Sparkassen gab es nur eine durchschnittliche Beratung, vier Bausparkassen fielen sogar komplett durch.

Die Experten von 'Finanztest' hatten sich einen einfachen Fall ausgedacht, der eigentlich keinen Bauspar-Berater vor große Probleme hätte stellen sollen. Alle Testkunden gaben an, in zehn Jahren eine Immobilie kaufen zu wollen. Bis dahin können sie 400 Euro im Monat sparen. Doch bereits diese einfachen Rahmenbedingungen brachten die meisten Berater an die Grenzen ihrer Kunst. Mal war die Bausparsumme so groß, dass die Kunden das Geld erst in 15 oder 20 Jahren bekommen hätten. Dann war die Kreditrate so hoch, dass die Testkunden an den Rand ihrer finanziellen Belastbarkeit gekommen wären.

Im Test durchgefallen sind die 'LBS West', 'Aachener', 'Deutsche Bank Bauspar' und 'LBS Rheinland-Pfalz'. Die vier Bausparkassen erhielten für ihre Beratung die Note mangelhaft. Oft waren die Kundeninformationen unzureichend. Beim Schlusslicht 'LBS Rheinland-Pfalz' unterschlugen laut 'Finanztest' beim Angebot gleich mehrere Berater die Abschlussgebühr in Höhe von 1 Prozent der Bausparsumme. Die 'Deutsche Bank Bauspar' informiert ihre Kunden vorbildlich, allerdings waren die Angebote an die Testkunden so schlecht, dass auch hier nur die Note mangelhaft in Betracht kam.

Es gab aber auch Lichtblicke im Test: Die 'LBS Baden-Württemberg', 'Wüstenrot' und 'LBS Ost' überzeugten durch gute Beratung und auf die Kunden zugeschnittene Angebote. Für die Kunden bedeutet ein gutes Angebot einen Vorteil von mehreren tausend Euro. Außerdem kann er über die Bausparsumme genau dann verfügen, wenn er sie benötigt.

Checkliste für einen passenden Bausparvertrag

Um einen passenden Bausparvertrag zu bekommen, geben die Experten von 'Finanztest' folgende Tipps:

Vor dem Gespräch sollten Interessenten unbedingt einen Plan haben, wann die Immobilie gekauft oder gebaut werden soll. Ist der Bau in sieben bis zehn Jahren geplant, sollte mit sieben Jahren Sparzeit kalkuliert werden. Unbedingt sollte vorher auch die Sparrate berücksichtigt werden: Wie viel kann monatlich überhaupt gespart werden?

Während des Gesprächs sollte der Kunde vorgeben, welche monatliche Sparrate er zahlen kann und welche Sonderleistungen in Frage kommen. Auch sollte man angeben, wann die Bausparsumme benötigt wird. Die Experten raten, auch nach Riester-Bausparverträgen zu fragen. Die sind besonders attraktiv für Bausparer, die Haus oder Wohnung selber nutzen wollen. Alle wichtigen Informationen gehen aus dem Spar- und Tilgungsplan hervor. Ein guter Berater sollte in der Lage sein, die Gesamtfinanzierung zu überblicken und einschätzen können, ob die Planung des Kunden überhaupt realistisch ist.

Nach dem Gespräch ist vor dem Gespräch: Häuslebauer holen am besten Alternativangebote von mindestens zwei weiteren Bausparkassen ein und lassen die Angebote von Experten der Verbraucherzentrale prüfen. Der Aufwand lohnt sich, da der Unterschied immerhin einige tausend Euro betragen kann.

Der Test zeigt: Gute Berater sind die Ausnahmen. Wer einen findet, der kann sich auf einen attraktiven Bausparvertrag freuen. Denn Bausparen lohnt sich immer noch.

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