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Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome, Prognose und Heilungschancen

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Mangelnde Früherkennung ist ein großes Problem

Selten, aber dafür umso aggressiver: Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als einer der heimtückischsten Krebsarten. Nach der Diagnose haben 95 Prozent der Betroffenen keine fünf Jahre mehr zu leben. Metastasen siedeln sich in anderen Organen an. Dem Körper wird langsam aber sicher die komplette Energie entzogen. Symptome werden so gut wie immer zu spät erkannt - ganz einfach, weil sie keine Schmerzen verursachen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs tritt zwar selten auf, ist aber in der Regel tödlich.
Bauchspeicheldrüsenkrebs wird meistens erst dann erkannt, wenn es schon zu spät ist. © studiovespa - Fotolia, Krzysztof Szpil

Sobald Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wird, ist es in den meisten Fällen bereits zu spät - die Diagnose kommt einer Todesnachricht gleich. Der Krebs hat sich zuvor in dem Teil der Bauchspeicheldrüse gebildet, der die Enzyme produziert. Die Folge: Verdauungssäfte und das Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel regelt, können nur noch bedingt hergestellt werden.

Die Bauchspeicheldrüse besitzt zudem keine Haut, die sie von den anderen Organen trennt. Zwischen der Pankreas, wie Mediziner die Bauchspeicheldrüse bezeichnen, und dem angrenzenden Zwölffinger-Darm verlaufen die Blutversorgung des Dünndarms sowie der Nervenbahnen. Die Zellen, die die Verdauungsenzyme an den Dünndarm weitergeben, leiten so unweigerlich auch die Krebszellen in andere lebenswichtige Organe weiter.

Insbesondere die mangelnde Früherkennung senkt die Überlebenschancen rapide. Wenn der Tumor entsteht, klagen noch die wenigsten Patienten über Beschwerden. Der Krebs macht sich - wenn überhaupt - durch gelbsuchtsähnliche Symptome bemerkbar: Bauchschmerzen, Übelkeit, Gewichtsverlust, Verdauungsbeschwerden oder Müdigkeit veranlassen Betroffene, zum Arzt zu gehen - ein Besuch, der in der Regel schon zu spät ist.

Bauchspeicheldrüsenkrebs bringt den schleichenden Tod

In den meisten Fällen hat sich der Krebs bis dahin schon unaufhaltsam ausgebreitet. Es bilden sich weitere Metastasen, die lebenswichtige Organe angreifen. Vor allem in der Leber und der Lunge, aber auch in den Knochen entstehen Zysten - ein schleichender Prozess mit kräftezehrenden Folgen: Dem Körper wird über kurz oder lange die Energie entzogen. Die Patienten fühlen sich schwach, magern ab und sterben letztendlich an einem Schwächetod.

Die Lage und die Funktion der Bauchspeicheldrüse machen einen operativen Eingriff fast unmöglich. Da sich die Krankheit so schnell ausbreitet, ist eine Operation im fortgeschrittenen Stadium zwecklos. Durch Chemo- und Strahlentherapie kann der Krankheitsverlauf zwar gemildert, der Tod letzten Endes aber nur verzögert werden.

Die Ursachen für die Krankheit sind weitestgehend unklar. Dennoch glauben Mediziner, dass gewisse Laster das Erkrankungsrisiko erhöhen: Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die nicht selten auf einen übermäßigen Alkoholkonsum schließen lässt, sowie Nikotinsucht erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Tumor bildet. Menschen, die zuckerkrank sind, sind laut Experten ebenfalls einem höheren Risiko ausgesetzt.

Verglichen mit den anderen Krebsarten tritt Bauchspeicheldrüsenkrebs glücklicherweise selten auf. In Deutschland erkranken jährlich rund 15.000 Menschen an der Krankheit - für Frauen ist der Tumor damit die neunthäufigste, bei Männern die zehnthäufigste Todesursache durch Krebs. Die Erkrankung tritt meistens im Alter zwischen 60 und 70 Jahren auf.

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