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Bauchhöhlenschwangerschaft: Baby wächst außerhalb der Gebärmutter

Bauchhöhlenschwangerschaft: Baby wächst außerhalb der Gebärmutter
Schwangerschaft: Baby wächst außerhalb der Gebärmutter © picture-alliance/ dpa, Katie Collins 6122628

Mutter überlebt Sensationsschwangerschaft

Wegen starker Schmerzen wurde eine schwangere Afrikanerin in die Klinik eingewiesen. Weil sich das Kind in Steißlage befand, wurde ihr ein Kaiserschnitt empfohlen. Doch bei der Operation erlebte der Assistenzarzt sein blaues Wunder: Es handelte sich augenscheinlich um eine Bauchhöhlenschwangerschaft - und das Baby ist kerngesund. Eine Sensation.

Nach dem errechneten Entbindungstermin begab sich eine schwangere Afrikanerin mit Bauchschmerzen in eine Klinik. Dass die junge Frau über Schmerzen im Bauchraum klagte, war nicht neu. Denn dem 'Spiegel' zufolge wurde die 33-Jährige seit der 9. Schwangerschaftswoche regelmäßig wegen Schmerzen behandelt.

Da in Afrika eine Ultraschalluntersuchung, wie sie in Deutschland bereits in der Frühschwangerschaft vorgesehen ist, nicht gemacht wird, entdeckte auch niemand die Besonderheit dieser Schwangerschaft - bis der Arzt das Skalpell ansetzte, um die Gebärmutter zu öffnen. Doch noch bevor er die Gebärmutter aufschneiden konnte, quoll plötzlich eine dunkle Flüssigkeit aus dem Bauch der Mutter.

Was der Arzt dann sah, wird er wohl nie vergessen: den Rücken des Kindes. Das Baby wuchs augenscheinlich nicht in der Gebärmutter heran sondern außerhalb. Das Unglaubliche: Nachdem das Kind abgenabelt wurde, schrie und strampelte es – ein gesundes Mädchen war geboren.

Assistenzarzt rettete der Frau das Leben

Doch leider wurde der Kaiserschnitt für die Mutter noch zur Tortur. Denn eine Bauchhöhlenschwangerschaft, bei der sich das befruchtete Ei außerhalb der Gebärmutter einnistet, kann zu Verwachsungen des Mutterkuchens mit den umliegenden Organen führen. Die dadurch entstehenden Blutungen im Bauchraum können lebensbedrohlich werden. Deshalb, begründet Birgit Seelbach-Goebel, Direktorin der Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Universität in Regensburg, sei es extrem selten, dass eine Frau mit einer extrauterinen Schwangerschaft ein gesundes Baby zur Welt bringt.

In diesem Fall handelte der junge Assistenzarzt allerdings vollkommen richtig und rettete der Frau dadurch wahrscheinlich das Leben. Nachdem er den Mutterkuchen aus dem Bauchraum nicht entfernen konnte, weil er am Dünn- und Dickdarm verwachsen war, holte sich der Arzt die Hilfe eines erfahrenen Chirurgen. Sie konnten schließlich den Mutterkuchen heraustrennen, ohne die Organe zu verletzen. Die junge Frau verlor zwar extrem viel Blut bei der Operation, erholt sich aber Schritt für Schritt von der ungewöhnlichen Schwangerschaft.

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